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Arbeitsgerichtsurteil Wer spontan in die Ferien fliegt, darf fristlos gekündigt werden

Eine Controllerin aus Düsseldorf flog nach Mallorca - und reichte ihren Urlaubsantrag erst von dort aus ein. Der Chef forderte ihre Rückkehr, doch sie blieb. Nun landete der Fall vor Gericht.
Kündigungsschreiben (Symbolbild)

Kündigungsschreiben (Symbolbild)

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Montagmorgen in einer Düsseldorfer Unternehmensberatung. Eigentlich sollte die Junior-Controllerin in der Abteilung "Online Performance Management" bis zehn Uhr an ihrem Schreibtisch sitzen - aber sie kommt nicht.

Stattdessen trudelt um 12.04 Uhr eine Mail bei ihrem Chef ein. Unter dem Betreff "Spontan-Urlaub" teilt sie mit, sie sei nach bestandenem berufsbegleitendem Studium vor einigen Tagen von ihrem Vater mit einem Aufenthalt auf Mallorca überrascht worden.

In der Euphorie und Eile habe sie keine Möglichkeit gehabt, ihre Abwesenheit im Personalsystem des Unternehmens zu vermerken. Und: Für die "Überrumpelung" entschuldige sie sich. Das Unternehmen kündigte ihr daraufhin. Gegen den Rausschmiss hatte die Controllerin geklagt - und verlor nun am Dienstag auch in zweiter Instanz.

"Die falschen Prioritäten gesetzt"

Denn der spontane Urlaub ohne Genehmigung des Arbeitgebers rechtfertigt eine fristlose Kündigung, hat das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf  entschieden (Aktenzeichen 8 Sa 87/18). Die Firma hatte der Mitarbeiterin noch am gleichen Abend mitgeteilt, ihre Anwesenheit sei "aus dringenden betrieblichen Gründen" erforderlich. Die Controllerin mailte zurück, sie befinde sich bereits seit einigen Tagen auf der spanischen Ferieninsel.

Damit habe die Mitarbeiterin "ernsthaft zu erkennen gegeben, dass sie an dem eigenmächtig genommenen Urlaub festhalte und nicht zur Arbeit kommen werde", stellten die Richter fest: "Damit hat sie die falschen Prioritäten gesetzt und ihre vertragliche Pflicht zur Arbeit beharrlich verletzt." Das reiche für eine fristlose Kündigung aus.

Insofern hatte die Mitarbeiterin zum Schluss sogar noch Glück: Vor dem Arbeitsgericht einigte sie sich am Dienstag mit ihrem früheren Arbeitgeber auf eine fristgerechte Kündigung und eine Abfindung in Höhe von 4000 Euro.

him/dpa
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