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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Was Sie im Krankheitsfall wissen müssen

Wann brauche ich ein Attest? Wie muss ich mich verhalten, wenn ich im Urlaub krank werde? Und: Was ändert sich ab Oktober 2021? Alle Antworten zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung finden Sie hier.
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber

Foto: Arno Burgi/ DPA

Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Wer sich als Arbeitnehmer schlecht, unwohl oder arbeitsunfähig fühlt, sollte zu Hause bleiben. Vor allem dann, wenn Ansteckungsgefahr besteht. Allerdings gilt immer: Ein Arbeitnehmer darf über einen längeren Zeitraum nicht einfach der Arbeit fernbleiben, er braucht eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Die wird vom zuständigen Arzt ausgestellt. Sie ist auch bekannt als »gelber Schein«, »Attest« oder »Krankschreibung«. Sie dient dazu, dem Chef nachzuweisen, dass Sie nicht zur Arbeit kommen können.

Was ändert sich ab dem 1. Oktober 2021?

Bislang war es so, dass der Erkrankte vom Arzt gleich drei Bescheinigungen ausgehändigt bekam: Eine für den Arbeitgeber, eine für die Krankenkasse und eine für die persönlichen Akten. Doch ab Oktober 2021 soll dieses Verfahren vereinfacht werden: Die Krankmeldung auf Papier soll durch eine digitale Bescheinigung ersetzt werden. Diese Änderung ist Teil eines Gesetzes zum Bürokratieabbau, das bereits 2019 vom Bundestag verabschiedet wurde. Der Arbeitgeber wird dann von der jeweiligen Krankenkasse über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit informiert. Ursprünglich sollten die Ärzte die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bereits ab dem 1. Januar digital übermitteln - doch diese Frist wurde aufgrund fehlender flächendeckender Technik nach hinten verschoben. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf ihrer Website mit .

Allerdings soll es bis zum 30. Juni 2022 eine Art Übergangsphase geben, in der die Ärzte neben der elektronischen Daten­übermittlung übergangsweise auch noch Papier-Bescheinigungen für den Versicherten und den Arbeitgeber ausstellen müssen.

Ab wann brauche ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Im Krankheitsfall gilt es, alle Regeln zu beachten, um rechtlich abgesichert zu sein. Prinzipiell ist ein Arbeitnehmer dazu verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dem Vorgesetzten spätestens am Tag nach dem dritten Krankheitstag zu überbringen. Sollte man an einem Dienstag erkranken, wäre dies der Freitag. Sollte man allerdings an einem Mittwoch erkranken, muss man die Bescheinigung spätestens am Montag überreichen.

Im Entgeltfortzahlungsgesetz heißt es:

»Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.«

Mit anderen Worten: Gibt es im Arbeits- oder Tarifvertrag keine anderslautende Formulierung, dann kann man an den ersten drei Krankheitstagen auch ohne AU-Bescheinigung zuhause bleiben - muss aber natürlich den Arbeitgeber unverzüglich informieren.

Krank im Urlaub - wie besorge ich mir eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?

Sollte man im Urlaub erkranken, sieht es das Bundesurlaubsgesetz so vor, dass die Krankheitstage gutgeschrieben werden. Im Gegensatz zu Deutschland ist es im Ausland besonders wichtig, direkt am ersten Tag einen Arzt aufzusuchen, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu besorgen. Geht der Arbeitnehmer erst am vierten Tag in eine Praxis, gehen drei Urlaubstage verloren.

Im Bundesurlaubsgesetz heißt es:

»Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet.«

Muss ich dem Chef sagen, warum ich krank bin?

Eine Verpflichtung dazu besteht nicht. Allerdings sollten Sie ihrem Chef mitteilen, wenn Sie an einer ansteckenden Krankheit leiden. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer die Kollegen warnen. Es ist also mehr eine Gewissens- als eine Verpflichtungsfrage.

Was darf ein Arbeitnehmer auch bei Krankheit tun?

Grundsätzlich sind der erkrankten Personen alle Aktivitäten erlaubt, die sich nicht negativ auf den Heilungsprozess auswirken könnten. Strikt verboten ist es allerdings, anderen entgeltlichen Nebentätigkeiten nachzugehen.

Wenn der Arzt dem Arbeitnehmer Bettruhe verordnet, sollte dieser die Wohnung nur in Ausnahmefällen - wie zum Arzt- oder Apothekenbesuch - verlassen. Die Anordnung einer Bettruhe ist heutzutage allerdings kaum noch üblich. Oft wird dem Patienten aber geraten, sich - so gut es geht - zu schonen.

bam
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