Statistisches Bundesamt Arbeitszeit steigt um eine halbe Stunde

Die Arbeitnehmer in Deutschland verbringen mehr Zeit im Job als noch vor 20 Jahren: und zwar im Schnitt 30 Minuten. Das hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet. Demnach fordert der Job nicht nur unter der Woche mehr Zeit.

Zeit im Büro steigt
Getty Images

Zeit im Büro steigt


Deutsche Arbeitnehmer verbringen mehr Zeit bei der Arbeit als früher. Im vergangenen Jahr mussten sie in einem Vollzeitjob im Schnitt 40,5 Stunden wöchentlich arbeiten - eine halbe Stunde mehr als 1996. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistische Bundesamt auf der Grundlage von Mikrozensus-Befragungen.

Gleiches treffe auch auf Teilzeitbeschäftigte zu, die im Schnitt 19,3 Stunden pro Woche beruflich im Einsatz seien. Allein bei der Gruppe der Selbstständigen habe sich die Wochenarbeitszeit deutlich verringert: Mit 48,9 Stunden arbeiten sie sechs Stunden weniger als noch vor zwei Jahrzehnten.

Die Statistiker stellten außerdem fest, dass Menschen weniger Freizeit bleibt, weil sie öfter am Wochenende arbeiten als früher. 2015 waren demnach 26,5 Prozent der Erwerbstätigen ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen mit dem Job beschäftigt. Vor 20 Jahren waren es noch 23,5 Prozent.

Verändert hat sich auch der Einstieg ins Berufsleben. "Junge Beschäftigte beginnen ihr Arbeitsleben heute mit weniger Beschäftigungssicherheit", erklärten die Statistiker. Zuletzt hatten 17,9 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen befristeten Arbeitsvertrag, 2006 waren es 16,6 Prozent.

Die Statistiker stellten außerdem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern fest. Frauen arbeiten zum Beispiel deutlich öfter in Teilzeit als Männer. Knapp vier von fünf Teilzeit-Beschäftigten waren weiblich - allerdings nicht ganz so oft unfreiwillig wie die Männer. Auch bei den Karrierechancen gibt es Unterschiede: "Auch wenn sich heute mehr Frauen in Führungspositionen befinden als noch vor 20 Jahren, waren 2015 immer noch sieben von zehn Führungskräften männlich", hieß es.

Deutsche sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit

kry/dpa/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
noalk 15.09.2016
1. befristete Arbeitsverträge
"Zuletzt hatten 17,9 Prozent der 25- bis 34-Jährigen einen befristeten Arbeitsvertrag, 2006 waren es 16,6 Prozent." --- Wie ist das zu verstehen? Sind die Zahlen auf ALLE Angehörigen dieser Altersgruppe bezogen oder nur auf diejenigen, welche einen Arbeitsvertrag haben?
PeterPetroleum 15.09.2016
2. Schneller höher weiter
Sowas, wir arbeiten zeitlich mehr, sind produktiver, haben immer mehr unsichere Arbeitsverhältnisse und die Reallöhne sind bestimmt auch im vergleich zu vor 20 Jahren zurückgeblieben.
landei23 15.09.2016
3. Eine halbe Stunde!
Da sollte jetzt schon der allgemeine Überlastungszustand ausgerufen werden!
Affin 15.09.2016
4. so eine Aussage....
Zitat von landei23Da sollte jetzt schon der allgemeine Überlastungszustand ausgerufen werden!
...sind sie Arbeitslos... oder Privatier?
Bob Hund 15.09.2016
5.
Das ist die halbe Stunde, die die Leute auf SPON, facebook oder whatsapp abhängen pro Arbeitstag.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.