Arbeitszeiten-Hoch Deutschland rackert wie selten zuvor

15 Milliarden Stunden haben Erwerbstätige in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres gearbeitet - so viel wie seit 1992 nicht mehr. Die Gründe: kräftige Konjunktur, mehr Überstunden, weniger Krankheitsausfälle.

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Alle Bundesbürger zusammen brachten es von Januar bis März 2014 auf 14,964 Milliarden Überstunden. Das sind fast drei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie eine Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Nur ein einziges Mal, nämlich 1992, verzeichnete die Statistik ein noch höheres Arbeitsvolumen.

Der Arbeitsmarkt sei "rasant in das Jahr gestartet", sagte IAB-Prognosechef Enzo Weber. Die kräftige Konjunktur habe den positiven Trend bei der Erwerbstätigkeit noch einmal verstärkt und auch die Arbeitszeit habe deutlich zugelegt. Im Schnitt arbeiteten die Erwerbstätigen länger als im Vorjahr: Die Wochenarbeitszeit der knapp 42 Millionen Beschäftigten stieg leicht, außerdem machten sie mehr Überstunden.

Zugleich sank auch der Krankenstand auf 3,7 Prozent und habe sich somit "wieder auf einem normalen Niveau eingependelt", so Weber - im Winter 2013 nämlich hatte eine mächtige Grippewelle viele Arbeitnehmer matt gesetzt.

Nach IAB-Angaben lag die Wochenarbeitszeit bei durchschnittlich 30 Stunden; Vollzeitbeschäftigte kamen auf 38, Teilzeitler auf 15 Stunden. Im ersten Quartal des Jahres kamen auf jeden Beschäftigten im Schnitt knapp zwölf bezahlte Überstunden.

Seit 2007 gehe es mit dem Arbeitsvolumen deutlich bergauf, sagte Arbeitsmarktforscher Weber und rechnet mit einer Fortsetzung des Trends. Der Konsum hat sich gut entwickelt und könne sich als Wachstumsstütze für die Konjunktur in Deutschland erweisen, "der wesentliche Faktor dahinter ist ganz klar der Arbeitsmarkt".

Im Vergleich zum vorherigen Hoch 1992, mitten im Wiedervereinigungsboom, verteilt sich die Arbeit auf deutlich mehr Schultern: Inzwischen gibt es rund 3,5 Millionen mehr Erwerbstätige, der Anteil von Teilzeitarbeit hat sich auf 34 Prozent verdoppelt.

dpa/Reuters/jol

insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
hevopi 10.06.2014
1. 38 Stunden pro Woche,
besser, die deutschen Arbeitnehmer schauen nicht in andere Länder. Mit so einem geringen Stundensatz kann man z.B. in Asien nicht überleben.
sagmalwasdazu 10.06.2014
2. 1992 ? -Stimmt, das war ein Hammerjahr !
Alle klotztenwie Blöde, um den davon profitierenden, den Ramsch zu produzieren,- denen sie den Ost-Neubürgern eingeredet haben, diese zu brauchen. Die Preise stiegen in Folge, auch in West signifikant. Nun, mich in Frührente befindent, erwarte ich den gleichen Einsatz meiner Rentenzahler. Rackern für den Endsi...- ähh... damit es allen weiterhin gut gehe. (I,-out)
Miller3000 10.06.2014
3.
@hevopi: ist jetzt nichts, worum wir die asiaten beneiden sollten. wir arbeiten um unser leben zu finanzieren, wenn ich keines mehr habe, wozu arbeite ich dann?
sagmalwasdazu 10.06.2014
4. 38 Stunden pro Woche,
Zitat von hevopibesser, die deutschen Arbeitnehmer schauen nicht in andere Länder. Mit so einem geringen Stundensatz kann man z.B. in Asien nicht überleben.
Jaja, 38 Stunden im Hauptjob.....- und in den Nebenjobs ?
yukaku 10.06.2014
5. ...
Ich würde gerne mal wissen wo diese 38 std. Woche zu finden ist. Alle Stellenausschreibungen die ich sehe sind 40 std. unbezahlte ueberstd. inklusive...
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