Arbeitszeugnis im Test Nichts als Lyrik und Chichi

Symbolbild: Arbeitszeugnis unter der Lupe
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Symbolbild: Arbeitszeugnis unter der Lupe

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"Sehr gut" im Zeugnis - Bewertung durch einen Türenhersteller


Bewertung Dorma (Türenhersteller), Familienunternehmen mit rund 6500 Beschäftigten aus dem Ruhrgebiet, 2011 zu einem der besten Arbeitgeber im Mittelstand gekürt (www.topjob.de)

Herr Roben wird in dem Zeugnis als eine Person beschrieben, die über hohe fachliche Kompetenz verfügt. Diese bringt er nicht nur im engeren Sinne für seine IT-Aufgaben ein, sondern wendet sie in intensivem Kontakt mit dem Vertrieb in Kundenprojekten und bei Kundenterminen erfolgreich an.

Wenige Aussagen enthält das Zeugnis hinsichtlich der Zusammenarbeit in seinem Team und seiner Führungsleistungen. Das deutet mehr auf einen fachlich versierten und durchsetzungsstarken Einzelkämpfer ("natürliche Autorität") hin als auf einen mitarbeiterorientierten erfolgreichen Teamführer. Die Verweildauer von zwei Jahren finden wir völlig in Ordnung. Herr Roben ist IT-Berater. In dieser Branche ist die Fluktuation hoch.

Grundsätzlich halten wir wenig von einer pauschalen Gesamtbewertung des Bewerbers. Vielmehr sehen wir uns die Einzelaussagen des Zeugnisses an, die wir mit den Anforderungen der zu besetzenden Stelle vergleichen. Daraus ergibt sich folgende Bewertung:

Würden wir eher einen Einzelkämpfer suchen, der sich durchsetzen kann und auch beim Kunden als Macher ankommt, dann ist das Zeugnis wahrscheinlich eine 2+.

Suchen wir dagegen einen Mitarbeiter, der ein Team von unterschiedlichen Charakteren erfolgreich führen soll (was im IT-Umfeld häufig der Fall ist), dann ist die Bewertung wahrscheinlich eher 3- oder 4+.

Unter rein arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten würde man das Zeugnis wegen der Formulierung "...stets zu unserer vollsten Zufriedenheit ..." als ein "sehr gutes" Zeugnis einstufen.

Gesamtnote: arbeitsrechtlich 1, Einzelbewertungen wie beschrieben

  • Anja Tiedge (Jahrgang 1980) arbeitet als freie Journalistin in Hamburg.



insgesamt 46 Beiträge
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Dunedin, 04.04.2011
1. Arbeitszeugnisse sind ein Relikt aus grauer Vorzeit
Es wird Zeit das dieser Schwachsinn mit den Zeugnissen endlich abgeschafft wird. Wie im Artikel richtig zu lesen war, können falschgeschriebene, bzw. anschließend falsch interpretierte Zeugnisse ganze Karrieren zerstören, bzw. gute Mitarbeiter diskreditieren. Wer sich als Mitarbeiter damit vertraut macht, wird immer darauf achten, das sein zeugnis ziwischen mittelprächtig und gut, aber niemals sehr pendelt. Alles andere ist zu auffällig und entweder schreibt man sich die Zeugnisse selber, oder aber man klagt sich das richtige Zeugnuis zurecht. In keinem Falle steht die tatsächlich erbrachte Leistung im Vordergrund, statt dessen werden evtl. Rachebewertungen, oder auch die Unfähigkeit von Vorgsetzten die Zeugnisse schreiben müssen, am Ende kompensiert.
flower power 04.04.2011
2. Nicht nur das Arbeitszeugnis...
Der ganze HR - Bereich hat sich in die Luft gewagt und kommt nicht mehr herunter. Unfähige Sachbearbeiter - sog. Personalreferenten - und mit Weisheit und Pseudo-Menschenkenntnis ausgestattete sog. HR - Psychologen wollen besser sein als die vergleichbare med. Grundkenntnis. Ich staune. Was da ein Quatsch verzapft wird, unglaublich. Wie kann eine 26 jährige oder ein 27 jähriger HR´ler die gewonnene Erfahrung einsetzen? Wenn er keine besitzt, geht das halt nicht. Der HR - Bereich ist zum Spielplatz für Möchte-Gern-Napoleon´s geworden. Tools helfen ihnen dabei. Gesucht wird immer der, oder die Anpassungsfähigen mit 20 Jahre Erfahrung, davon 10 Jahre bei einem ausländischem Weltkonzern ( warum sollte man denn vom dem wegwollen ? ) und 4 Fremdsprachen vertragssicher, dazu ein naturwissenschaftl. und ein wirtschaftswissenschaftl ( bekommt ja geschenkt! ) Studium, natürlich nur an den besten Unis, 100 % Flexibilität, top-Model-Aussehen ( egal ob weibl. oder auch männl. ) und die Bereitschaft auch Sa und So zu arbeiten. Dazu sollten die Bewerber stromlinienfähig in das Life-style passen, und funktionierende Netzwerke vorweisen können. Nochmal : Ein schwarzes Pferd ist kein Schimmel.
flower power 04.04.2011
3. Nicht nur das Arbeitszeugnis...
Der ganze HR - Bereich hat sich in die Luft gewagt und kommt nicht mehr herunter. Unfähige Sachbearbeiter - sog. Personalreferenten - und mit Weisheit und Pseudo-Menschenkenntnis ausgestattete sog. HR - Psychologen wollen besser sein als die vergleichbare med. Grundkenntnis. Ich staune. Was da ein Quatsch verzapft wird, unglaublich. Wie kann eine 26 jährige oder ein 27 jähriger HR´ler die gewonnene Erfahrung einsetzen? Wenn er keine besitzt, geht das halt nicht. Der HR - Bereich ist zum Spielplatz für Möchte-Gern-Napoleon´s geworden. Tools helfen ihnen dabei. Gesucht wird immer der, oder die Anpassungsfähigen mit 20 Jahre Erfahrung, davon 10 Jahre bei einem ausländischem Weltkonzern ( warum sollte man denn vom dem wegwollen ? ) und 4 Fremdsprachen vertragssicher, dazu ein naturwissenschaftl. und ein wirtschaftswissenschaftl ( bekommt ja geschenkt! ) Studium, natürlich nur an den besten Unis, 100 % Flexibilität, top-Model-Aussehen ( egal ob weibl. oder auch männl. ) und die Bereitschaft auch Sa und So zu arbeiten. Dazu sollten die Bewerber stromlinienfähig in das Life-style passen, und funktionierende Netzwerke vorweisen können. Nochmal : Ein schwarzes Pferd ist kein Schimmel.
Lt.Gen.Patton 04.04.2011
4. Und mit dem "Anti-Diskriminierungsgesetzt"...
hat dieser Irrsinn seinen vorläufigen Höhepunkt im Berwebungszirkus erreicht! Dem Instrument der Probezeit, welches für beide Parteien absolut Sinnvoll und deshalb auch mit Sonderkündigungsrechten behaftet ist, sollte wieder die notwendige Aufmerksamkeit geschuldet werden.Maximal sechs Monate, um einen "Probanten" auf "Herz und Nieren" on the Job zu testen sind allemal besser, als diese verlogene und falsche Geheimsprache der Arbeitszeugnisse die, wie ja in dem Test deutlich wurde, auch noch unterschiedlich bewertet wurde!
watermark71 04.04.2011
5. Das leidige Übel - der Coach
Viel spannender ist doch die aus dem Rahmen fallende Einschätzung des Karriere Coach. Das ist eine völlig überflüssige Klientel, die schon mal per se gegen alles sein muss. Nur so rekrutiert man Kunden. Mag sein, dass Arbeitszeugnisse inzwischen überflüssig sind. Aber Coaches im allgemeinen und besonderen sind es garantiert. Wenn man meint einen zu benötigen hat man schon verloren.
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