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07. März 2019, 15:05 Uhr

Bezahlung in der Lehre

Wie viele Azubis von einer Mindestvergütung profitieren können

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Einen Mindestlohn für Auszubildende wollen viele: die Bundesregierung, die Gewerkschaften, die Arbeitgeber. Umstritten ist die Höhe. Eine Studie zeigt, welche Unterschiede es zwischen den Modellen gibt.

721 Euro pro Monat - das erhalten Auszubildende in Deutschland im Schnitt als Lohn. Doch die Abweichungen können in der Realität enorm sein: Je nach Branche und Region kann das Gehalt nur bei knapp über 300 Euro oder auch bei deutlich mehr als 1000 Euro liegen.

Beton- und Stahlbetonbauer gehören mit fast 1100 Euro im Monat zu den Besserverdienenden. Friseurlehrlinge und angehende Fleischer gelten mit einem Verdienst von unter 400 Euro fast schon traditionell als besonders einkommensschwache Azubis.

Überall fehlen Bewerber für Lehrstellen. Von daher ist es nachvollziehbar, dass fast alle Akteure in der Berufsbildung mehr oder weniger offensiv über eine Mindestvergütung nachdenken, um die Attraktivität der betrieblichen Ausbildung zu erhöhen.

So hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek im November 2018 auf dem Berufsbildungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) angekündigt, sie wolle einen Azubi-Mindestlohn einführen. "Auszubildende packen schon im ersten Jahr in den Betrieben mit an", sagte Karliczek. "Deshalb ist eine Mindestvergütung auch eine Frage der Anerkennung dieser Leistung." 504 Euro schlug sie als Einstiegsniveau vor, angelehnt an die Höhe des Schüler-Bafögs.

Spannbreite von 435 bis 660 Euro

Klar, dass der DGB da nicht grundsätzlich widerspricht. Nur mit der Höhe ist er nicht einverstanden: Im vergangenen Jahr hatten die Gewerkschafter bereits 635 Euro im Monat gefordert, mittlerweile verlangen sie - mit Unterstützung der SPD - 660 Euro brutto. Begründet wird das mit der Forderung, die Mindest-Ausbildungsvergütung müsse bei mindestens 80 Prozent des tariflichen Durchschnittsgehalts für Azubis liegen.

Sogar die Arbeitgeber haben sich inzwischen für eine Mindestvergütung ausgesprochen, früher hatten sie das stets abgelehnt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kann sich im ersten Lehrjahr 435 Euro brutto vorstellen. Mehr sei den Betrieben allerdings nicht zuzumuten.

Jetzt hat der DGB erstmals berechnet, wie viele Auszubildende von den verschiedenen Mindestlohn-Höhen profitieren würden. Die noch nicht veröffentlichte Studie liegt dem SPIEGEL exklusiv vor. Sie geht von aktuell 1,196 Millionen Lehrlingen in Deutschland aus, die in einem der offiziellen Ausbildungsberufe beschäftigt sind.

"Die Mindestvergütung für Azubis hilft vor allem dort, wo Arbeitgeber sich weigern, mit Gewerkschaften die Höhe der Vergütung zu verhandeln", sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. "Wer dagegen seine Azubis anständig bezahlt, braucht die Einführung einer Mindestvergütung nicht zu fürchten."

Die allgemeine Wertschätzung der dualen Berufsausbildung dürfe sich nicht in Hochglanz-Kampagnen erschöpfen, warnte Hannack. Durch den Mindestlohn im ersten Ausbildungsjahr könne man effektiv Dumpinglöhne verhindern.

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