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DGB-Ausbildungsreport Azubis sind so unzufrieden wie noch nie

Viele Überstunden, miese Bezahlung, kaum Ruhezeiten: Lehrlinge klagen über ihre Arbeitsbedingungen - laut einer DGB-Studie vor allem über die Arbeitszeiten.

Wer eine Ausbildung zum Friseur beginnt, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht beenden - jeder zweite Azubi in diesem Lehrberuf bricht ab. Gleiches gilt für Köche und Restaurantfachkräfte.

Der Grund für die hohe Abbruchquote? Laut einer Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)  herrscht unter den Auszubildenden in Deutschland schlechte Stimmung. Nur noch rund 70 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer Ausbildung "zufrieden" zu sein - das ist der niedrigste Wert seit Beginn der jährlichen Erhebung vor 13 Jahren. Im vergangenen Jahr hatten noch rund 72 Prozent ihre Ausbildung als gut bewertet.

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Azubi-Löhne: Tops und Flops bei der Bezahlung

Foto: imago stock & people

Ein entscheidender Unzufriedenheitsfaktor sind laut dem Report die Arbeitszeiten. Mehr als ein Drittel der Befragten musste nach eigenen Angaben regelmäßig Überstunden machen (36,3 Prozent). Anders als gesetzlich vorgeschrieben, bekommen 13 Prozent dieser Azubis die Überstunden nicht bezahlt oder zeitlich ausgeglichen. Von mehr als der Hälfte der Befragten wird erwartet, außerhalb der Ausbildungszeiten mobil erreichbar zu sein.

Ebenfalls problematisch: Azubis im Schichtbetrieb können laut dem Bericht häufig die Ruhezeiten nicht einhalten. Elf Stunden Pause müssen die Lehrlinge nach einer Schicht eigentlich machen - nur bei knapp der Hälfte klappt das immer. Betroffen sind hier vor allem Hotelfachleute, Verkäufer und Köche.

Bei jedem Dritten fehlt laut der Studie zudem der gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsplan, der die Gliederung der Lehre regeln soll und die Inhalte überprüfbar macht. Probleme gebe es vor allem bei kleineren Betrieben und im Handwerk.

Details zur Studie

Ausbildungen zu Verwaltungsfachangestellten, Mechatronikern, Industriemechanikern und Elektronikern für Betriebstechnik werden hingegen als gut bewertet. Diese Ausbildungsberufe haben eins gemein: die überdurchschnittliche Vergütung. Während eine Verwaltungsfachangestellte durchschnittlich 1014 Euro im dritten Lehrjahr verdient, liegt der Lohn einer angehenden Friseurin gerade einmal bei der Hälfte. Der DGB fordert deshalb einen Mindestlohn für Azubis - der würde mit 635 Euro im Monat allerdings immer noch deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

lmd/dpa