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14. August 2018, 17:21 Uhr

Problemschulen

Berliner Lehrer sollen Brennpunkt-Zulage bekommen

Beleidigungen, Mobbing, Messerattacken - an einigen Berliner Schulen ist das Alltag. Die Arbeit an sogenannten Brennpunktschulen soll für Lehrer künftig mit einer Zulage von 300 Euro vergütet werden.

Berlin will Lehrer an Brennpunktschulen stärken: Pädagogen, die an solchen Schulen arbeiten, sollen 300 Euro brutto mehr erhalten als Lehrer an anderen Schulen. Die rot-rot-grüne Koalition hat sich dazu auf eine Regelung geeinigt, wie die "Berliner Zeitung" meldet.

Von dem zusätzlichen Budget, mehr als 17 Millionen Euro für zwei Jahre, sollen auch Erzieher profitieren, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Maja Lasic.

"Das ist natürlich nicht die Antwort auf den Fachkräftemangel - ehrlicherweise werden 300 Euro nicht ausreichen, um jemanden in den Wedding zu locken", teilte Lasic auf SPIEGEL-Anfrage mit. "Es geht uns darum, Anerkennung für die besonderen Ansprüche an die Arbeit von Lehrern in solchen Schulen zu zeigen."

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wer bekommt die neue Zulage - und wie viel?

Von der Zulage würden 2000 von etwa 30.000 Lehrkräften in Berlin profitieren, also etwa jeder 15. Lehrer. Auch Erzieher, die als Quereinsteiger an diesen Schulen tätig sind, sollen mehr Geld bekommen. Für sie steht jedoch keine konkrete Summe fest. Die Zulage könnte bei ihnen nur über eine höhere Gehaltsstufe ausgezahlt werden und würde zwischen 70 und 350 Euro liegen.

Wie werden die Schulen ausgewählt?

Die Regelung soll für Schulen gelten, an denen mehr als 80 Prozent der Schüler aus Familien stammen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Demnach könnten gut 50 der mehr als 700 Berliner Schulen davon profitieren. Die meisten davon liegen im Wedding und in Neukölln.

Warum braucht es eine Brennpunkt-Zulage?

Die Besserstellung für Brennpunkt-Lehrer soll verhindern, dass ausgerechnet an solchen Schulen Stellen dauerhaft unbesetzt bleiben, an denen Schüler ohnehin benachteiligt sind.

In der Hauptstadt wurden laut Lehrerverband im Jahr 2016 erstmals wieder "merklich ansteigende Zahlen schulischer Gewaltvorfälle polizeilich registriert". Dabei finden 43 Prozent dieser Gewaltvorfälle in einem vergleichsweise kleinen Teil Berlins statt - vermutlich an Brennpunktschulen.

Ab wann kann die Zulage kommen?

Neun Monate hat es gedauert, bis sich die Koalition einigen konnte. Nun muss noch der Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) zustimmen. Zudem wäre für eine Zulage bei den Lehrkräften eine Gesetzesänderung nötig. Diese soll im September auf den Weg gebracht werden. Maja Lasic rechnet damit, dass die neue Zulage noch in diesem Jahr gezahlt wird. Bildungssenatorin Sandra Scheres (SPD) will sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag dazu äußern.

Video: Neukölln - Leben im Brennpunkt (SPIEGEL TV 2008)

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