Umfrage zu Berufsgruppen So beliebt sind Beamte, Feuerwehrleute und Ärzte

Beamte sind kompetent und hilfsbereit? Das glauben zunehmend weniger Bürger. Eine Umfrage zeigt, welche anderen Berufsgruppen an Ansehen verloren haben - und welche große Wertschätzung erfahren.

Feuerwehrmann im Einsatz: Unverändert hohes Ansehen
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Feuerwehrmann im Einsatz: Unverändert hohes Ansehen


Das Ansehen von Beamten hat im vergangenen Jahr offenbar gelitten. Zwar schreibt eine Mehrheit der Bürger ihnen immer noch positive Eigenschaften zu. So halten rund sieben von zehn Befragten deutsche Beamte für verantwortungs- und pflichtbewusst. Rund sechs von zehn nehmen sie als kompetent und hilfsbereit wahr.

Doch die Werte sind im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gesunken. Damals schätzten noch knapp sieben von zehn Bürgern deutsche Beamte als hilfsbereit ein. Auch die anderen positiven Eigenschaften, die der Beamtenbund DBB abfragen ließ, verloren an Zustimmung. Nur noch 44 Prozent der Befragten hielten Beamte für unbestechlich - vor einem Jahr waren es noch 51 Prozent. Welche Gründe es für den Negativtrend geben könnte, geht aus der Umfrage nicht hervor.

Für den DBB befragte das Institut Forsa im Mai und Juni 2019 insgesamt 2006 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren auch zu vielen anderen Aspekten. So ergab die Auswertung, dass sechs von zehn Befragten den Staat angesichts der zu bewältigenden Aufgaben und Probleme für überfordert halten. Dennoch waren rund zwei Drittel derer, die im vergangenen Jahr eine oder mehrere Behörden besuchten, mit der dortigen Bearbeitung ihrer Angelegenheiten zufrieden.

Übergriffe auf Beamte

Die größte Wertschätzung genießen seit Jahren unverändert Feuerwehrleute, gefolgt von Ärzten und Ärztinnen sowie Krankenpflegerinnen und -pflegern. Außer den Feuerwehrleuten, die bei unverändert 94 Prozent der Bevölkerung beliebt oder sogar sehr beliebt sind, büßten alle abgefragten Berufsgruppen jedoch mehr oder weniger stark an Ansehen ein. Journalisten sind noch bei 40 Prozent der Befragten hoch oder sehr hoch angesehen (2018: 50 Prozent). Lehrer rutschten um fünf Prozentpunkte auf 68 Prozent ab, Briefträger von 63 auf 52 Prozent.

Beamte haben noch bei einem Drittel der Bevölkerung (34 Prozent) ein hohes bis sehr hohes Ansehen. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 39 Prozent. Rund ein Viertel der Befragten haben schon einmal beobachtet, wie Beschäftigte des öffentlichen Dienstes behindert, belästigt, beschimpft oder angegriffen wurden. Besonders häufig waren darunter Übergriffe gegen Polizisten, Rettungskräfte oder Notärzte und Busfahrer.

"Wir brauchen flächendeckend Ombudsleute, an die sich die betroffenen Kolleginnen und Kollegen wenden können, wenn Vorgesetzte Angriffe bagatellisieren oder unter den Teppich kehren wollen", forderte der DBB-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach.

lov

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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
remedias.cortes 20.08.2019
1. Gerade erlebt .....
die einzelnen Beamten sind wohl in Ordnung, Behörden haben insgesamt an Ansehen verloren. Bin Ende Mai umgezogen und habe Ende August den Termin zur Ummeldung bekommen, vorher nichts frei, obwohl ich in der Wahl des Viertels flexibel gewesen wäre.. Wie ist so etwas möglich? Wenn es dagegen darum geht , dass der Staat Geld von mir will, funktioiniert alles ausgezeichnet: Finanzamt und GEZ. Die GEZ weiß sogar schon, wo ich wohne, obwohl ich mich offiziell noch gar nicht ummelden konnte.
mrfl0ppy 20.08.2019
2. und das Handwerk
Ist sogar so unbeliebt, dass es nicht einmal mehr in diesem Beitrag Erwähnung findet... Und da wundert man sich über den Fachkräfte mangel...
kasper993 20.08.2019
3. Wie sieht es den bei den Bakern aus?
Die Umfragewerte müssten ja, nachdem Sie meinten es sei ein hervorragende Idee sich direkt an den Steuereinahmen beim Staatssäckle zu vergreifen, blendend aussehen.
dasfred 20.08.2019
4. Diese Umfragen sind äußerst subjektiv
Wie hieß es schon im alten Witz: 97 Prozent vertrauen den Feuerwehrleuten. Bei 3 Prozent hat es schon mal gebrannt. In allen Berufen arbeiten Menschen aus einem Querschnitt der Bevölkerung und dass auch bei wechselnden privaten Lebensumständen. All das hat Einfluss darauf, wie wir den anderen Wahrnehmen, wobei negative Erfahrungen viel besser gespeichert werden. Ich kann mich selbst an einige schlechte Begegnungen erinnern, während die positiven doch schnell verblassen. Egal, ob im öffentlichen Dienst oder im privaten Rahmen, niemand ist perfekt.
praetorian12 20.08.2019
5. Aha
Lehrer "rutschen also auf 68% ab", und Journalisten sind mit "40% hoch angesehen (zuvor 50%)". Auch eine Art, Zahlen darzustellen.
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