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Job & Karriere

Der Telemediziner "Drei Stunden Fahrt für fünf Minuten Besprechung"

Vom Telemediziner bis zum Drohnenpiloten: Durch die Digitalisierung fallen nicht nur Jobs weg, es entstehen auch neue. Vier Menschen haben SPIEGEL ONLINE von ihrem Berufsalltag erzählt.
Siegfried Jedamzik

Siegfried Jedamzik

Foto: Bayerische Telemedallianz

"Manche meiner Patienten sind früher von weit weg zu meiner Praxis in Ingolstadt gefahren, um die Laborergebnisse nach einer Blutabnahme zu besprechen: 50 Kilometer hin, eine Stunde im Wartezimmer und 50 Kilometer zurück - drei Stunden für fünf Minuten Besprechung. Deshalb biete ich in meiner Praxis Videosprechstunden an, in denen ich Diagnosen stelle und Rezepte verschreibe. Die Kameras sind mittlerweile so gut, dass ich bei einer rötlichen Haut ziemlich gut erkennen kann, ob es sich um Masern oder eine Allergie handelt.

Zur Person
Foto: Bayerische Telemedallianz

Siegfried Jedamzik, 60, ist Arzt für Allgemeinmedizin. Außerdem ist er Geschäftsführer des Instituts "Bayerische TelemedAllianz".

Deutschlandweit arbeiten ungefähr ein bis zwei Prozent der Ärzte mit Telemedizin. Das Vertrauen in uns ist bisher noch nicht so groß, immerhin geht es um sehr sensible Daten. Manche glauben, dass wir unsere Sprechstunden über Skype oder WhatsApp anbieten. Das dürften wir gar nicht. Die Software, die wir nutzen, erfüllt strenge datenschutzrechtliche Voraussetzungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

Die Telemedizin ist ein ziemlich weites Feld und schafft ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Von einem Kollegen habe ich mal erfahren, dass auch die Bundeswehr Telemedizin bei Soldaten in Kriegs- und Krisengebieten nutzt, die schwer zu erreichen sind. Von den Bundeswehrkrankenhäusern in Deutschland aus können Mediziner die Soldaten beraten, Röntgenbilder übertragen und kleine operative Eingriffe mithilfe von Robotern durchführen."

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