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Fallstricke bei E-Mail-Bewerbungen ...mehr über mich im Anhang

Viele Jobsucher verschicken ihre Unterlagen lieber elektronisch als mit der Post. Das spart Zeit und ist billiger. Doch bei E-Mail-Bewerbungen lauern spezielle Fettnäpfchen - die wichtigsten im Überblick.
Zu groß, zu bunt, zu chaotisch: Vier Tabus bei E-Mail-Bewerbungen

Zu groß, zu bunt, zu chaotisch: Vier Tabus bei E-Mail-Bewerbungen

Foto: TMN
KarriereSPIEGEL-Klassiker

Manche Dinge ändern sich (fast) nie: Wie man eine interessante Bewerbung schreibt. Wie man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt. Die besten zeitlosen Artikel aus dem KarriereSPIEGEL präsentieren wir Ihnen in loser Folge.

Bewerbungen sind wie ein Rendezvous. Man versucht sich so gut wie möglich zu verkaufen und als gute Partie darzustellen. Im Idealfall kommt man am Ende zusammen, aber davor gibt es noch eine ganze Reihe von Dingen, die falsch laufen können. Das elektronische Anschreiben ist so ein Beispiel.

Bei vielen Firmen wird längst auf eine aufwendige Bewerbungsmappe verzichtet. Als Stellengesuch reicht häufig eine E-Mail an den zuständigen Personalchef. Das ist für die Firmen praktisch, geht schnell, und auch der Bewerber muss sich nicht mehr mit Druckkosten herumärgern.

Aber Vorsicht: Was sich zunächst nach viel Freiheit, unendlich viel mehr Platz und einer Überholspur auf der Datenautobahn anhört, kann schnell daneben gehen. Denn genau wie bei einer Bewerbung per Post gibt es auch hier Regeln zu beachten.

Hier die vier größten Fettnäpfchen:

  • Bunt ist nicht besser
Bild sucht Job: Basics sind besser als Buntes

Bild sucht Job: Basics sind besser als Buntes

Foto: Bodo Marks/ dpa

Sie halten "Comic Sans MS" für eine pfiffige Schriftart und bringen mit bunten Farben gern etwas Pep in Ihren E-Mail-Verkehr? Sie kennen sich mit den Standardbefehlen eines Grafikprogramms aus und experimentieren gern mit dem Fotohintergründen? Vielleicht haben Sie vom letzten Karneval auch noch ein unkonventionelles Porträtfoto?

Auf diese Spielereien sollten Bewerber bei der Gestaltung der Unterlagen am besten komplett verzichten. Das rät auch Jürgen Hesse, Ratgeberautor zum Thema Bewerbungen. Den Grund können Sie sich denken: Es wirkt schnell unseriös.

Gerade bei elektronischen Bewerbungen sollte man dezenter und konventioneller herangehen als bei denen auf Papier, findet er. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Basics: Hintergrund klassisch weiß und als Schriftfarbe schwarz.

  • Zu groß für diese Welt
Proportionen beachten: Beschränken Sie sich auf das Nötigste

Proportionen beachten: Beschränken Sie sich auf das Nötigste

Foto: Jessica Hromas/ Getty Images

Das Foto, die Zeugnisse, hier noch ein Zeitungsartikel zum Thema und eine Linksammlung zum letzten Praktikum. Bei einer Bewerbung kommen schnell einige Daten zusammen. E-Mails suggerieren gern, dass unendlich viel Platz zur Verfügung steht. Widerstehen Sie dieser Versuchung besser.

"Der Anhang der E-Mail darf nicht größer als zwei Megabyte sein", sagt der Experte Hesse. Und das ist die Obergrenze. Sonst ist das Postfach des Empfängers schnell verstopft. Ihre Mail landet dann ungelesen im Spam-Ordner. Sie bekommen keinen Job, womöglich nicht mal eine Antwort.

Sparen Sie sich Ihre Kniffe also lieber für ein Bewerbungsgespräch. Seien Sie präzise, aber nicht geschwätzig. Ein weiterer hilfreicher Tipp lautet: Mehrere Dokumente in einer PDF-Datei zusammenzufassen.

  • Anhänge im Chaos
Sie haben Post: Irgendwo hier haben Sie Post. Ich finde sie nur gerade nicht

Sie haben Post: Irgendwo hier haben Sie Post. Ich finde sie nur gerade nicht

Foto: Corbis

Sie schreiben: "Mehr über mich im Anhang...!" Und dann folgt ein halbes Dutzend Dokumente, die vom Lebenslauf bis zum Zeugnis einzeln angehängt sind, häufig völlig unverständlich beschriftet. Der Personaler muss selbst herausfinden, was wohin gehört.

Experte Hesse hat dazu eine ziemlich eindeutige Meinung: "Das geht gar nicht", sagt er. Es ist zu unübersichtlich. Die Unterlagen sollten stattdessen immer zu einem oder maximal zwei Anhängen zusammengefasst werden.

  • Wohin mit dem Anschreiben?
Egal, was Ihnen sonst noch einfällt: Fassen Sie sich kurz

Egal, was Ihnen sonst noch einfällt: Fassen Sie sich kurz

Foto: imago

Natürlich können Sie das Anschreiben in das Mailfenster setzen. Dort, wo sich der Text jeder anderen Mail findet, stehen dann Anrede, Einführung und Begründung Ihrer Bewerbung.

Ratsam ist das aber nicht, so Jürgen Hesse. Viele Personaler lassen sich die Online-Bewerbungen ohnehin wieder ausdrucken. Steht das Anschreiben dann im E-Mail-Fenster, wird es beim Ausdruck leicht vergessen.

Besser: Bewerber schreiben im E-Mail-Fenster nur ein oder zwei Zeilen, die die Aufmerksamkeit des Empfängers freundlich auf die angehängten Dokumente lenken. Eins davon ist dann das Anschreiben, idealerweise als PDF-Datei. Übrigens sollten Sie sich auch dort kurz fassen: "Ein Anschreiben von mehr als einer Seite liest online kein Mensch", sagt Hesse.

dpa/tmn/jon
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