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200.000 Hin- und Rückflüge

Regierungsbeamte pendeln häufig per Flugzeug zwischen Bonn und Berlin

Wenn sie von Bonn nach Berlin müssen, fliegen deutlich mehr Regierungsbeamte die Strecken, statt mit der Bahn zu fahren. Das ist nicht besonders klimafreundlich - und soll vom Bundesumweltministerium nun geändert erden.

Federico Gambarini/ DPA

Flugzeug über Nordrhein-Westfalen: Regierungsbeamte fahren selten mit der Bahn

Montag, 16.09.2019   17:54 Uhr

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Trotz Klimadebatte lösten pendelnde Regierungsbeamte im vergangenen Jahr für Flüge zwischen den Flughäfen Köln/Bonn und Berlin 109.422 Tickets für mehr als 200.000 Hin- und Rückflüge. Im selben Zeitraum fuhren sie nur 26.661 Mal mit dem Zug. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine FDP-Anfrage hervor, über die die "Bild"-Zeitung zuerst berichtete.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2019 flogen Mitarbeiter der Bundesministerien die Strecke bereits 61.839 Mal, wohingegen 13.991 Bahntickets gelöst wurden. Ausgenommen sind Fahrten mit der BahnCard 100, deren Besitzer ticketfrei fahren können. Wie häufig Regierungsbeamte für Dienstreisen das Auto nutzten, geht aus dem Papier nicht hervor.

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"Allein im letzten Jahr haben die Mitarbeiter der Bundesministerien mehr als zehnmal öfter das Flugzeug genommen als die Bahn, um zwischen den Regierungssitzen Bonn und Berlin hin- und herzureisen", kritisierte FDP-Abgeordnete Katharina Willkomm. "Das ist weder vorbildhaft, noch nachvollziehbar."

Videokonferenzen als Alternative

Das Bundesumweltministerium teilte dazu mit: Bei ähnlichen Fahrtzeiten und Preisen sollten Regierungsbeamte die Bahn dem Flugverkehr vorziehen. Die Strecke Berlin - Köln/Bonn dauert mit dem Flugzeug etwa eine Stunde und 15 Minuten. Mit dem Zug brauchen Reisende rund viermal so lange.

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Reisen würden zudem nur durchgeführt, wenn es keine kostengünstige Alternativen wie Videokonferenzen gebe, sagte ein Ministeriumssprecher. Im Vergleich zu 2012 würden inzwischen deutlich mehr Beamte mithilfe solcher Technik an Meetings und Ausschüssen teilnehmen. Man wolle das Angebot weiter ausbauen.

"Gleichwohl wird es auch weiterhin unvermeidliche Dienstreisen geben", sagte der Sprecher. Das Umweltministerium will die bereits geltenden Regeln durch eine Änderung des Bundesreisekostengesetzes weiter verschärfen.

"Unser Vorschlag ist, dass die Umweltverträglichkeit im Reisekostengesetz genauso wichtig ist wie Wirtschaftlichkeit", so der Sprecher. "Dann könnte Bahnfahren auf vielen Strecken zur Regel werden und Fliegen zur Ausnahme."

nil/dpa

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