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Mehr Vielfalt Boston Consulting Group gibt sich Quote für LGBTQ+-Community

Die Unternehmensberatung BCG setzt sich zum Ziel, dass künftig fünf Prozent der Angestellten keine klassische heterosexuelle Orientierung haben. Mit der Vielfalt soll der Erfolg steigen. Dafür aber sei ein Signal nötig.
Parade der LGBTQ+-Community in Washington

Parade der LGBTQ+-Community in Washington

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MICHAEL REYNOLDS / EPA-EFE

Auf der Suche nach mehr Vielfalt im Unternehmen hat sich die Boston Consulting Group (BCG) ein Einstellungsziel verordnet für Beschäftigte, die sich der LGBTQ+-Community zugehörig fühlen. Bis 2025 soll ihr Anteil im Unternehmen nach SPIEGEL-Informationen mindestens fünf Prozent erreichen. Derzeit schätzt BCG ihn auf etwa zwei Prozent.

Mit der Quote wolle BCG ein Signal setzen, »ins Unternehmen und nach außen«, sagt Felix Baerstecher, BCG-Personaldirektor und Leiter des LGBTQ+-Netzwerks in Deutschland und Österreich. »Wir glauben, dass diverse Teams besser sind. Aber wir sehen auch, dass wir im Unternehmen noch nicht die Gesellschaft in der Form repräsentieren, so wie wir es eigentlich gern machen würden.«

»Noch nicht da, wo wir sein wollen«

Menschen, die lesbisch, schwul, bi- oder transsexuell sind oder eine andere Geschlechtsidentität haben, können sich im schon länger bestehenden, firmeneigenen Netzwerk »Pride@BCG« aufnehmen lassen. Dies geschehe offen oder auch anonym, denn das Thema ist sensibel. Das Netzwerk lädt zu Veranstaltungen, Informationen und Ansprechpartner werden ausgetauscht. Doch mit dem dort bisher erreichten Anteil aus der Community ist BCG noch nicht zufrieden. »Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen«, sagt Baerstecher.

Um das zu ändern, soll die neue Quote transparent machen, wo das Unternehmen steht, und möglichen Bewerbern die Ambitionen der Firma deutlich machen. Ähnlich wie bei der Debatte um eine Frauenquote, die vor Jahren entstand, soll allein schon das Setzen einer LGBTQ+-Zielmarke für mehr Vielfalt im Unternehmen sorgen und das Thema bewusster machen. BCG wolle allerdings nicht bewusst bei Bewerbungen einen überproportionalen Anteil aus dieser Gruppe einladen und so letztlich positiv diskriminieren.

Viele Menschen mit anderer sexueller Orientierung als der heterosexuellen sorgen sich oft um ihre Karriere. Das zeigte eine BCG-Studie  kürzlich. Zugleich fühlten sich Angestellte, die sich am Arbeitsplatz geoutet haben, wohler und lieferten bessere Ergebnisse, sagt der BCG-Personalmanager.

Mittlerweile setzen sich immer mehr Unternehmen für die Belange der Mitarbeiter verschiedener sexueller Orientierungen ein. Der Nivea-Konzern Beiersdorf beispielsweise hat ebenfalls ein eigenes Netzwerk für Beschäftigte dieser Community und veranstaltete im August ein »Pride Festival« mit Gästen wie Drag-Queen Olivia Jones, um »tradierte Meinungen zu hinterfragen«.

Ähnliche Netzwerke betreiben auch Konzerne wie SAP, BMW oder Siemens. Ihnen ist gemein, was Experten in vielen Studien betonen: Vielfalt in den Unternehmen stärkt deren Wirtschaftskraft, inklusive Konzerne ziehen gute Arbeitskräfte an.

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