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Bundeswehr Ministerium verteidigt Kurzhaar-Pflicht bei Soldaten

Männer dürfen bei der Bundeswehr keine langen Haare tragen - ein Stabsfeldwebel scheiterte zuletzt mit einer Beschwerde. Laut Verteidigungsministerium sprechen für den Haarerlass auch "militärische Erfordernisse".
Bundeswehrsoldaten

Bundeswehrsoldaten

Foto: Patrick Pleul/DPA

Damit Soldaten auch künftig kurze Haare tragen müssen, will das Bundesverteidigungsministerium schnell eine gesetzliche Neuregelung ausarbeiten lassen. Man werde jetzt zügig darangehen, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, kündigte ein Sprecher am Freitag in Berlin an.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte am Donnerstag zwar eine Beschwerde eines Stabsfeldwebel dagegen zurückgewiesen, dass er keine langen Haar tragen darf. Es hatte aber auch kritisiert, dass dem sogenannten Haar- und Barterlass eine ausreichende gesetzliche Grundlage fehle. Denn das Grundgesetz schütze jeden Soldaten vor Dienstvorschriften, die sich auch im Privatleben auf sein Aussehen auswirkten. Dafür müsse es eine gesetzliche Grundlage geben.

"Militärische Erfordernisse"

Bis zu einer entsprechenden Neuregelung sei der Erlass jedoch weiter anzuwenden, entschied das Gericht. Die Richter merkten an, dass der Gesetzgeber dann auch darüber entscheiden müsse, ob eine unterschiedliche Regelung der Frisur von Männern und Frauen in der Bundeswehr weiterhin geboten sei.

Das bejahte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums: Gleichstellung sei zwar ein sehr hohes Gut in der Bundeswehr, sagte er laut Nachrichtenagentur dpa. Für den Haar- und Barterlass gebe es jedoch auch "militärische Erfordernisse".

Dem Erlass der Bundeswehr zufolge dürfen die Haare von Soldaten Ohren und Augen nicht bedecken. Bei aufrechter Kopfhaltung darf die Frisur Uniform- und Hemdkragen nicht berühren. Soldatinnen hingegen dürfen ihre Haare zum Zopf binden.

Ein Stabsfeldwebel zog dagegen vor Gericht, weil er ebenfalls lange Haare tragen wollte. Früher sei Männern mit langen Haaren eine besondere Männlichkeit nachgesagt worden, argumentierte er. Er verstehe darum nicht, warum die Dienstvorschrift sie nur bei Frauen zulasse.

lov/dpa
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