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Umstrittene Vorschriften in Barcelona-Filialen Burger King muss Bartverbot aufheben

Mitarbeiter von Burger King in Barcelona haben sich gegen strikte Arbeitsvorschriften gewehrt. Die Fast-Food-Kette beharrte auf Krawattenpflicht und Bartverbot - jetzt hat sich die zuständige Behörde eingeschaltet.
Filiale von Burger King in Barcelona: "Sie verpflichten mich, meinen Bart abzurasieren"

Filiale von Burger King in Barcelona: "Sie verpflichten mich, meinen Bart abzurasieren"

Foto: Lena Kozlova/ Getty Images

Mitarbeiter von Burger King in Barcelona müssen sich künftig mehreren Medienberichten zufolge wohl an weniger Regeln halten: Sie müssen sich nicht mehr rasieren und sind auch nicht mehr dazu angehalten, während der Arbeit bestimmte Accessoires zu tragen, wie unter anderem die spanische Zeitung "El País"  und der britische "Guardian"  berichten.

Das Verbot von Bärten und Bartstoppeln bei Angestellten in den Filialen des Fast-Food-Riesen in Barcelona verstoße gegen die Grundrechte der Arbeitnehmer, stellte die Arbeitsinspektion der Region dem Bericht des "Guardian" zufolge fest. Zudem sei es sexuelle Diskriminierung, männliche Arbeitnehmer zum Tragen einer Krawatte und weibliche zum Tragen einer Schleife zu verpflichten.

Dem Bericht zufolge hatte sich die örtliche Arbeitnehmergewerkschaft an die Behörden gewandt, nachdem sich Burger King geweigert hatte, auf Forderungen in dieser Angelegenheit einzugehen.

"Die internen Regeln von Burger King verpflichten Arbeitnehmer, ordentlich gekleidet zur Arbeit zu kommen, und das ist vernünftig", zitiert der "Guardian" Mitarbeiter und Gewerkschaftsmitglied Carles Català. "Aber sie verpflichten mich auch, meinen Bart abzurasieren - weil ich Essen zubereite? Das ist seltsam, deswegen haben wir uns an die Arbeitsinspektion gewandt."

Bartnetze statt Bartverbot

Die Behörde kam zu dem Schluss: Die Vorschriften verletzen verfassungsmäßige Rechte der Arbeitnehmer, darunter das Recht auf Gleichbehandlung. Man könne auch gemäßigtere Maßnahmen einführen, zum Beispiel Bartnetze.

Die Beschlüsse der Arbeitsaufsicht gelten dem "Guardian" zufolge nur für diejenigen, die im Raum Barcelona arbeiten. Die Gewerkschaft hofft derweil auf nationale Maßnahmen: "Wir möchten, dass die Lockerungen für alle Mitarbeiter gelten", sagte Carles Català.

Der Konzern äußerte sich Informationen des "Guardian" zufolge bisher nicht zu der Entscheidung. Auch ob in deutschen Filialen gleiche oder ähnliche interne Regeln gelten wie in Barcelona, beantwortete Burger King auf SPIEGEL-Anfrage bis zum frühen Donnerstagnachmittag nicht.

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