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Arbeitsnomaden Neun Tipps für die Geschäftsreise

Akku leer und Koffer verbeult, Orientierung futsch und dazu dieser furchtbare Jetlag: Wer beruflich unterwegs ist, kann Pannen nicht gebrauchen. "Travel Hacks" machen Reisen unbeschwerter. Klug packen, Dokumente scannen, Hotspot mitbringen - ein paar simple Kniffe helfen.

"Life Hacks" nennen Blogger findige kleine Problemlösungen, mit denen man Alltagsprobleme knacken kann. So lässt sich etwa ein Hemdkragen blitzschnell mit einem Haarglätteisen bügeln, Zahnpasta kann man zum Reinigen von Autoscheinwerfern nehmen oder Sahnetorten mit Zahnseide schneiden.

Mittlerweile gibt es auch Sammlungen von "Travel Hacks", die Reisenden helfen sollen - viele davon richten sich eher an Backpacker oder Leute mit schmalem Budget. Aber was sind die besten Travel Hacks für Geschäftsreisende?

Hier kommen sie - Tipps für ein stressfreies Arbeitsleben unterwegs. Gute Reise!


  • Zug um Zug: Hier finden Sie die Steckdosen in Bahnabteilen

Mobiles Büro: Wo ein Laptop ist, muss auch eine Steckdose sein

Mobiles Büro: Wo ein Laptop ist, muss auch eine Steckdose sein

Foto: Corbis

Eine stundenlange Zugfahrt steht bevor, der Akku vom Handy hat gerade schlapp gemacht... Wollen Bahnfahrer im Zug mit dem Laptop arbeiten oder ihr Handy aufladen, sollten sie bei der Reservierung darauf achten, dass sie einen Platz mit Steckdose bekommen. Wo und ob es Strom im Waggon gibt, variiert je nach Fahrzeugtyp, Baujahr und Strecke.

Zweite Klasse im ICE: In der Regel befindet sich eine Steckdose in der Mitte jedes Doppelsitzes.

Erste Klasse im ICE: Hier gibt es zwischen zwei Sitzen immer eine Steckdose. Jeder Einzelsitz hat eine eigene.

Intercity: Die überwiegende Mehrzahl hat keine Steckdosen für Fahrgäste. Auch in der ersten Klasse gibt es oft keine Buchsen. 770 Wagen, rund die Hälfte aller Intercity-Wagen, werden aber derzeit modernisiert. Je eine Steckdose befindet sich an jedem Einzel- und Doppelsitz im Großraum sowie an jedem Dreiersitz im Abteil. Mehr als die Hälfte der Wagen sind laut Deutscher Bahn bereits umgerüstet, alle 770 Wagen seien bis Ende 2014 umgebaut.

Regionalzüge: Noch mehr als im Fernverkehr unterscheidet sich im Regionalverkehr, ob und wo die Wagen Steckdosen haben. Über die Ausstattung entscheidet derjenige, der die Züge bei der Deutschen Bahn bestellt, etwa ein regionaler Verkehrsverbund. Deshalb ist die Ausstattung mit Steckdosen im Nahverkehr teilweise sogar bei demselben Fahrzeugtyp verschieden. Wenn Steckdosen vorhanden sind, dann üblicherweise eine pro Sitzreihe oder pro Sitzgruppe mit Tisch, gelegentlich auch an den großen Gepäckregalen, die zum Beispiel in der Nähe der Türen zum Waggon oder in der Mitte der Waggons stehen.


  • Backup für unterwegs: Mailen Sie sich Ihre Reisedokumente

Besser noch mal digital: Wer schlau ist, scannt alle Reisedokumente ein

Besser noch mal digital: Wer schlau ist, scannt alle Reisedokumente ein

Foto: Tobias Hase/ picture alliance / dpa

Vor der Abreise sollten Sie Ihre kompletten Reisedokumente einmal einscannen: Reisepass, Buchungsbestätigungen, Reise- und Lagepläne. Speichern Sie die Unterlagen auf Ihrem Smartphone, und schicken Sie außerdem noch eine E-Mail mit den entsprechenden Anhängen an sich selbst - so haben Sie es einfacher, wenn Sie wirklich einmal etwas verlieren sollten oder es ihnen gestohlen wird.


  • Rollen statt falten: So packen Sie am effektivsten


Rollen statt falten, Seidenpapier fürs Sakko und die schweren Sachen nach unten - bei YouTube gibt es eine Fülle von teils sehr amüsanten Lehrvideos zum Thema Kofferpacken. Hier sind die Besten:

Sakko ohne Knitterfalten:  BreuningerFashionTV erklärt, wie man auf Geschäftsreisen Hemden und Sakkos sicher ans Ziel bringt. Minuspunkte gibt es dafür, dass die Schuhe leer in den Koffer wandern - wenn man da die Socken hineinstopft, hat man mehr Platz im Koffer und spart die Schuhspanner.

Tipps von den Flugprofis:  Eines der besten Kofferpackvideos stammt vom Heathrow Airport - eine gut erklärte Animation.

Ein Rucksack und ein Zimmer voll Kleidung:  Der "Master-packer" zeigt, wie man letzteres in ersteres bekommt. Sehenswert. (Das ist das Video, das Sie auch hier oben auf der Seite sehen.)

Wenn Sie am Zielort angekommen sind und Ihr Anzug trotz sorgfältiger Verpackung knittert: Hängen Sie ihn im Hotel gleich in der Dusche auf und drehen das heiße Wasser eine Weile an. Der Dampf glättet die Falten.


  • Elektronische Helfer: Packlisten auf dem Smartphone

Immer digital: Ergänzen Sie Ihre Packlisten unterwegs

Immer digital: Ergänzen Sie Ihre Packlisten unterwegs

Gewöhnen Sie es sich an, Ihre Packlisten elektronisch zu führen - etwa mit Apps wie "Mein Reiseplaner" für das iPhone oder "Pack the Bag", für Android gibt es zum Beispiel das empfehlenswerte "KofferPacken" und "PackingPro". Legen Sie Listen für Ihre verschiedenen Ziele und Reisedauern an ("Eine Woche München", "Über Nacht in Paris"). Ganz wichtig: Wenn Sie vor Ort etwas vermissen - tragen Sie es, bevor Sie es besorgen, gleich in die betreffende Liste ein. Dann müssen Sie sich beim nächsten Mal nicht ärgern.

Und: Lassen Sie Ihr Reisenecessaire immer gepackt im Koffer. Zahnpasta, Rasierwasser und Nagelschere sollten Sie nicht immer wieder ein- und auspacken, das kostet unnötig kostbare Lebenszeit. Besorgen Sie diese Sachen doppelt, dann müssen Sie nicht jedes Mal, wenn Sie aufbrechen, wieder vorher alles zusammensuchen.


  • Sicherheitskontrollen am Flughafen: Mitreisende checken

Zeigt her eure Füße: Bis es so weit ist, steht man oft lange in der Schlange

Zeigt her eure Füße: Bis es so weit ist, steht man oft lange in der Schlange

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Achten Sie bei der Sicherheitskontrolle nicht auf die Länge der Schlange vor Ihnen, sondern darauf, wer da steht: "Meiden Sie jeden, der aussieht wie ein Reh im Scheinwerferlicht", schreibt US-Reiseautor Damon Lavrinc. Denn Reiseanfänger, die umständlich ihre Münzen aus den Hosentaschen kramen oder über im Handgepäck vergessene Taschenmesser und Getränkeflaschen diskutieren, halten den Laden lange auf - genauso wie Leute mit Kindern.


  • Zur Orientierung: Flughäfen und Bahnhöfe online anschauen

Und wohin jetzt? Wer sich erst virtuell umsieht, findet sich schneller zurecht

Und wohin jetzt? Wer sich erst virtuell umsieht, findet sich schneller zurecht

Foto: Corbis

Gerade wenn Sie rasch umsteigen müssen oder Termine einzuhalten haben, kann es sich lohnen, bereits vor der Ankunft eine virtuelle Tour durch den Flughafen oder den Bahnhof zu machen. Google Street View  bietet seit kurzem Einblicke in die Terminals zahlreicher Flughäfen - insgesamt 16 in Europa, Asien und Amerika. Vertreten sind zum Beispiel Mexiko-Stadt, Eindhoven, Alicante oder Teneriffa. Ein deutscher Flughafen ist bislang nicht dabei.

Hier ist die Liste der bisher erfassten Flughäfen:

Europa: Gatwick (bei London), Eindhoven, Madrid, Palma de Mallorca, Barcelona, Malaga, Alicante, Teneriffa

Amerika: Mexico City und São Paulo-Congonhas

Und hier die Bahnhöfe:

Italien: Rom, Palermo, Neapel, Florenz, Bologna, Turin, Genua, Mailand, Verona und Venedig

Großbritannien: Liverpool, Glasgow, Edingurgh, Manchester und zehn Bahnhöfe in London, wie etwa Paddington Station, Waterloo Station und Victoria Station

Auch einige Bahnhöfe in Taiwan und Japan sind bereits erfasst.


  • Achtung, fragil: Kleben Sie Ihrem Koffer eine

Geschäftsreisende mögen in der Regel keinen roten Koffer neben sich herrollern

Geschäftsreisende mögen in der Regel keinen roten Koffer neben sich herrollern

Foto: DPA

Gerade Geschäftsreisende scheuen buntes Gepäck - und müssen sich dann am Gepäckband anstrengen, ihren schwarzen oder anthrazitfarbenen Koffer zwischen all den anderen schwarzen und anthrazitfarbenen Koffern herauszufinden. Verwenden Sie einen bunten Koffergurt, den Sie um das Gepäckstück schnallen - ein an den Griff geknotetes buntes Tuch tut es auch, beides lässt sich ja schnell wieder entfernen.

Viele Reisende haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass der Versuch lohnen kann, den Koffer mit einem "Fragile"-Aufkleber zu versehen - wenn das Personal am Flughafen aufmerksam ist, kommt Ihr Koffer dann in die obere Lage beim Beladen des Flugzeugs und ist folglich als einer der ersten auf dem Band. Eine Garantie ist das freilich nicht (und, wie so vieles, funktioniert es nur, wenn es nicht jeder macht).


  • Schnelles Hotel-W-Lan selbstgemacht: Mobiler Hotspot

Das Hotel-W-Lan ist langsam? Bringen Sie Ihren eigenen Router mit

Das Hotel-W-Lan ist langsam? Bringen Sie Ihren eigenen Router mit

Foto: dpa

Hotel-W-Lans sind oft langsam. Etliche Häuser limitieren sogar die Menge an Geräten, mit denen Sie sich einwählen können - und lassen Sie für weitere noch mehr blechen.

Eine elegante technische Lösung für beide Probleme kann es sein, einen W-Lan-Pocket-Router mitzunehmen - die Geräte sind billig und klein. Damit können Sie sich, entsprechende Verkabelung vorausgesetzt, ans stationäre Netz hängen und Ihr eigenes W-Lan aufbauen, das oft deutlich schneller funktioniert.

Allerdings ist die Reichweite meist beschränkt - bis in den Frühstücksraum kommen Sie damit wahrscheinlich nicht. Aber Sie können wahrscheinlich auf Ihrem Zimmer effektiver und schneller an mehreren Geräten arbeiten, falls das W-Lan des Hotels lahmt - und die Router sind so klein, dass sie im Gepäck kaum ins Gewicht fallen.


  • Frisch und ausgeruht: So vermeiden Sie den Jetlag

Aufgewacht: Passen Sie sich gleich an den Tagesrhythmus vor Ort an

Aufgewacht: Passen Sie sich gleich an den Tagesrhythmus vor Ort an

Foto: A3471 Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Wahrscheinlich können Sie es sich nicht aussuchen, ob Sie Richtung Osten oder Richtung Westen fliegen - falls doch, wählen Sie Westen, dann wird der Tag gefühlt länger, damit kommt der Körper besser zurecht. Wenn Sie Richtung Osten reisen: Gehen Sie schon ein paar Tage vor Reiseantritt ein bis zwei Stunden eher schlafen. Geht es gen Westen, bleiben Sie länger auf. Das hilft.

Im Flugzeug stellen Sie Ihre Uhr auf die Zeit am Ankunftsort ein. Und orientieren sich konsequent nur daran. Wenn Sie morgens ankommen: Frühstücken Sie, auch wenn Ihnen mehr nach Abendessen zumute ist. Nehmen Sie nach Möglichkeit drei passende Tagesmahlzeiten zu sich, um den Wechsel rascher und besser zu verkraften. Geschäftstermine legen Sie so, dass sie gefühlt in ihrer wachsten Zeit am Heimatort liegen.

Und, ganz wichtig: Bewegen Sie sich. Im Winter wollen Sie Ihr Gepäck vielleicht nicht mit Laufjacke, langärmligen Laufshirts etc. belasten. Aber ein Paar Laufschuhe, ein T-Shirt und eine kurze Trainingshose sollten hineinpassen - die meisten Hotels haben wenigstens ein Ergometer oder ein Laufband.

Viele Häuser bieten auch Pläne mit Joggingrunden an, die Sie am Empfang bekommen. Falls nicht: Auf der deutschsprachigen Laufcommunity Jogmap finden Sie Laufrunden  in aller Welt. Oder Sie laden sich eine Fitness-App aufs Handy, die Ihnen Trainingsmöglichkeiten ohne Geräte bietet. Oder Sie machen einfach Sit-ups im Hotelzimmer.

Maren Hoffmann ist Redakteurin bei manager magazin Online. Dort erschien ihr Beitrag zuerst.