Unser Mann in Cannes Kein Feierabend für die Feierbiester

Es regnet Trophäen bei der Weltmeisterschaft der Werbung, für deutsche Agenturen läuft's gut. Rund 90 Preise haben sie bereits abgeräumt beim Cannes-Festival. Jurymitglied Sascha Hanke steckt ganz tief drin im Partytrubel. Aber morgens sind auch Löwen müde.

Sascha Hanke

Eine Woche lang berichtet der Hamburger Werber Sascha Hanke, Jurymitglied in der Kategorie "Promo & Activation", täglich vom Cannes-Festival. Heute erreichte uns diese Strafarbeit...

Man darf nicht bis 6 Uhr morgens feiern.
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...außer man gewinnt einen goldenen Löwen in Cannes.

Hankes Werbeagentur Kolle Rebbe hat reichlich Grund zum Feiern. Bisher gab es für die Hamburger Agentur dreimal Bronze, zweimal Silber, einmal Gold. Mit dem Lieblingslöwen aller Werber belohnt wurde eine außergewöhnliche Idee: das erste essbare Kochbuch. Man kann es nämlich tatsächlich verspeisen - weil jede Seite aus frischer Pasta besteht. Zusammen mit etwas Soße und Käse gibt das eine leckere Lasagne, die man als zugeklapptes Buch direkt in den Ofen schieben kann. Mahlzeit!

Außerdem freut sich Kolle Rebbe über Preise für ein besonderes Plakat des katholischen Hilfswerkes Misereor, Überschrift "Mit 2 Euro viel in Bewegung setzen" - und tatsächlich ist auf dem Plakat plötzlich ziemlich viel los.

Auch die deutsche Konkurrenz hatte Grund zum Jubeln. Das Fachmagazin "Werben & Verkaufen" führt im Web einen "Medaillenspiegel", bis Mittwochnacht entfielen rund 90 Auszeichnungen auf deutsche Agenturen. In Führung liegt derzeit Serviceplan vor Jung von Matt. Beide holten in Cannes je einen Grand Prix, eine Art Eins mit Sternchen - das gelang deutschen Werbern die letzten Jahre lang nicht. Und nun gleich zweimal.

Jung von Matt erhielt den Preis für die Idee des "unsichtbaren Autos": Die Agentur ließ einen Mercedes mit Brennstoffzellen-Antrieb durch deutsche Städte kurven. Und machte das Auto durch Spezialtechnik kaum erkennbar vor der Umgebung. Beeindruckend. Und ein echter Hingucker für Passanten.

Die andere preisgekrönte Top-Idee im Bereich Design ist ebenfalls beinah unsichtbar: ein Solar-Jahresbericht, den Serviceplan für Austria Solar gestaltete, einen Verein zur Förderung der thermischen Solarenergie. Der Clou: Im Buch sieht man keine Schrift, keine Grafiken, nur leere weiße Blätter. Bis Sonnenlicht drauffällt - ein Geschäftsbericht einmal ganz anders.

Zum Autor

Sascha Hanke, 37, ist Executive Creative Director bei Kolle Rebbe und verantwortet gemeinsam mit Stefan Kolle und Stefan Wübbe die Arbeit der fast 300 Mitarbeiter starken Werbeagentur. Zuvor arbeitete er zehn Jahre lang bei Jung von Matt. Hanke hat schon säckeweise Medaillen bei deutschen und internationalen Wettbewerben abgeräumt, auch zehn Cannes-Löwen und 2011 den einzigen für Deutschland in der "Integrated"-Königsdisziplin für Kampagnen in neuen und alten Medien (mit einem Spot für das Konzerthaus Dortmund).

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