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Arbeitsrecht Nach Sturm "Sabine" - diese Rechte haben Arbeitnehmer

Gesperrte Straßen, gestrichene Züge - Winterorkan "Sabine" bremst viele Pendler aus. Welche Rechte haben Angestellte? Der Überblick.
Eine Straße in Kierspe in Nordrhein-Westfalen ist wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Eine Straße in Kierspe in Nordrhein-Westfalen ist wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Foto: Markus Klümper/ dpa

Dürfen Beschäftigte bei Unwetter zu Hause bleiben?

In der Regel nicht. Grundsätzlich gilt: Angestellte sind selbst dafür verantwortlich, dass sie pünktlich ihren Job beginnen. Das gilt auch an Tagen, an denen ein Stau, Sturm oder Streik den Weg zur Arbeit beschwerlich macht oder die U-Bahn ersatzlos ausfällt. Wenn überall Bäume herumliegen und ein Sturm so wütet, dass es nicht zumutbar ist, auf die Straße zu gehen, kann dies eine "begründete Arbeitsverhinderung" sein. Aber für die Zeit, die Angestellte nicht arbeiten, muss ihnen der Arbeitgeber auch keinen Lohn zahlen - es sei denn, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen sehen ausdrücklich eine andere Regelung vor.

Eine Ausnahme: Bei manchen Arbeitsplätzen hat es der Mitarbeiter nicht in der Hand, pünktlich zu erscheinen. Bei Arbeitsplätzen auf Offshoreplattformen oder Inseln zum Beispiel kann starker Wind oder eine Flut das verhindern. Bei solchen Jobs trägt der Arbeitgeber das Wegerisiko - und muss seinen Mitarbeiter auch dann Lohn zahlen, wenn der gar nicht zum Einsatz kommt.

Können Arbeitnehmer abgemahnt werden, weil sie wegen eines Sturms zu spät kommen?

Nein, so einfach geht das nicht. Eine Abmahnung droht Angestellten nur, wenn sie die Unpünktlichkeit verursacht haben - also nicht bei unvorhersehbaren Ereignissen wie einem Sturm. Ist auf einer Strecke jedoch immer Stau, muss der Mitarbeiter dafür sorgen, dass er rechtzeitig den Arbeitsplatz erreicht.

Was ist, wenn Beschäftigte das Büro früher verlassen müssen, um Kinder abzuholen?

Wenn es sich um eine Notsituation handelt, in der ein Kind nicht anders betreut werden kann, haben Arbeitnehmer das Recht, die Arbeit früher zu beenden. Aber auch hier gilt: Die ausgefallene Arbeitszeit muss nicht vergütet werden. Denkbare Alternativen: Betroffene nehmen einen Tag Urlaub oder vereinbaren mit dem Chef, die Zeit nachzuarbeiten oder Aufgaben vom Home Office aus zu übernehmen.

vet
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