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Kreativ mit Kaffee Vom Fleck weg gezeichnet

Kaffeeflecken schleichen sich täglich ins Büro. Es sind kleine Monster, und Werbetexter Stefan Kuhnigk macht sie sichtbar. Knapp 30.000 Menschen folgen seinen Kaffeemonstern. SPIEGEL-ONLINE-Leser können eines gewinnen.

Kaffee trinken ohne zu kleckern? Für Stefan Kuhnigk, 31, undenkbar. Seit der Werbetexter vor fünf Jahren in einem Meeting in Krefeld eine volle Tasse umgekippt hat, vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht Kaffee verschüttet. Er macht das absichtlich, auf teurem Papier - um aus den Flecken kleine Monster zu machen.

"Der Fleck damals hat geradezu gerufen: zeichne mich, zeichne mich!", sagt Kuhnigk. "Also habe ich ihn trocken lassen, die Konturen nachgezeichnet - und das erste Kaffeemonster war geboren." In der Mittagspause am nächsten Tag nahm er einen Löffel Kaffee und kippte den Inhalt neben die Tasse aufs Papier, zum Entsetzen seiner Kollegen. "Die haben gedacht, ich spinne."

Mittlerweile lebt Kuhnigk in Hamburg und hat er mehr als 500 Flecken in Monster verwandelt. Für SPIEGEL ONLINE zeichnete er Monster Nummer 517 (die Entstehung gibt's im Video zu sehen). Anfangs hat er sie nicht nummeriert. "Das war für mich nur ein Spaß, ein Anreiz, um jeden Tag etwas Kreatives zu machen", sagt er. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich jemand dafür interessiert." Doch die Kaffeemonster-Fangemeinde wächst mit jeder Woche. Fast 30.000 Menschen aus aller Welt liken, kommentieren und teilen jedes neue Monster auf Instagram , Facebook und Snapchat.

Fotostrecke

Kaffeemonster: Bist du aber ein süßer Fleck

Foto: Stefan Kuhnig

Ein paar Dutzend Zeichnungen hat Kuhnigk verkauft, er verlangt jetzt zwischen 300 und 500 Euro pro Monster, "damit ich sie nicht hergeben muss". Ab und an kauft trotzdem jemand eines. Über eine US-Plattform für Nachwuchskünstler  hat sogar jemand eine Tagesdecke mit Kaffeemonster geordert - zwei mal zwei Meter groß. Auch Nachdrucke und Tasse laufen gut, davon leben kann Kuhnigk aber noch lange nicht.

Er hat Kommunikationsdesign in Krefeld studiert, im Studium viel gezeichnet, aber Zeichner als Job, das war nie sein Ziel: "Ich will dabei keinen Druck haben. Wenn das mein Job wäre, würde das Spielerische wohl schnell verloren gehen."

Schon jetzt hat er das Gefühl, den Fans etwas bieten zu müssen, nicht nachlassen zu dürfen. Er hat das Fleckenmachen perfektioniert, wählt Kaffeemischung und Papier sorgfältig aus. Nicht zu dünn, nicht zu dick, mit etwas Milch, möglichst ohne Zucker.

Kuhnigk versucht, alle Kommentare und Zuschriften einzeln zu beantworten, aber er kommt kaum hinterher. Per Crowdfunding will er ein Kaffeemonsterbuch finanzieren, für die Vorbereitung sitzt er oft bis spät in die Nacht am Schreibtisch. Die Monster sind echte Zeitfresser geworden. Auf sie verzichten will er trotzdem nicht: "Sie vereinen alles, was ich mag. Zeichnen, kreativ sein, Kaffee trinken."

Wollen Sie Monster Nummer 517 gewinnen? Dann schicken Sie uns eine E-Mail  mit Ihrer Adresse. Einsendeschluss ist der 1. Februar 2016.

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