In Kooperation mit

Job & Karriere

Oben ohne Continental macht Schluss mit dem Schlips

Mann macht sich locker beim Dax-Konzern Continental: Der Vorstand verzichtete bei seiner Bilanzpressekonferenz auf Krawatten - und zwar aus einem bestimmten Grund.
Conti-Chefs Degenhart (links) und Schäfer: Zeichen für Flexibilität

Conti-Chefs Degenhart (links) und Schäfer: Zeichen für Flexibilität

Foto: Holger Hollemann/ dpa

Continental-Konzernvorstand Elmar Degenhart und Finanzvorstand Wolfgang Schäfer trugen bei der Bilanzpressekonferenz an diesem Donnerstag in Hannover keine Krawatten. Aus wohl überlegten Gründen: "Wir passen uns den Gegebenheiten der Industrie an", so kommentierte Degenhart sein ungewohnt legeres Outfit.

Dabei geht es dem Conti-Chef zufolge um neue Bedürfnisse, die der Firmennachwuchs in Bezug auf den Dresscode habe. "Die junge Generation, die heranwächst und die wir ins Unternehmen aufnehmen und integrieren, die hat andere Ansprüche", sagte Degenhart in Hannover, "und das ist ein Zeichen für unsere Flexibilität. Die Mitarbeiter müssen sich wohl fühlen, wenn sie zur Arbeit kommen, ansonsten werden sie nicht ihre volle Leistung bringen."

Felix Gress, Leiter der Conti-Kommunikationsabteilung, sagt: "Der Auftritt des Vorstands ohne Krawatte war durchaus geplant". Man denke im Unternehmen schon länger über die Kleiderfrage nach und wolle durch ein lockeres Outfit bewusst mehr Nahbarkeit vermitteln.

Der neue Look der Chefs: lässiger, legerer

Das passt zu einem allgemeinen Trend in der Welt der Manager-Elite. Auch wenn nicht gleich alle in T-Shirt und Jeans auftreten wie Facebook-Gründer Marc Zuckerberg, setzen Führungskräfte vermehrt auf lässig-lockeres Auftreten statt elegante Distanz. Auch beim Daimler-Konzern verabschiedete man sich in der Führungsriege von der Krawatte als Pflicht-Accessoire. Und in der Otto Group dürfen Mitarbeiter den Vorstandschef Hans-Otto Schrader jetzt duzen und "Hos" nennen.

Allzu lässig will man bei Continental allerdings nicht werden, sondern hin und wieder durchaus Krawatten tragen. "Es kommt ganz auf den Anlass an", sagt Gress. Man wolle den mehr als 200.000 Mitarbeitern des Konzerns nach wie vor keine Vorschriften in der Kleiderfrage machen, wohl aber Orientierung bieten.

Bei der Einladung zu Terminen gäbe es jetzt öfter Hinweise zum Dresscode, sagt Gress. "Business-Dress" bedeute Anzug und Krawatte. Smart Casual sei legerer, "aber trotzdem gehobene Kategorie, keine Trainingshose". Damit wolle man eine gewisse Unsicherheit bei der Kleiderfrage beenden, erklärt Gress. "Nichts ist peinlicher, als wenn man under- oder overdressed ist."

fok/dpa