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Corona und Arbeitsrecht Muss ich während meiner Quarantäne arbeiten?

Omikron treibt die Infektionszahlen im Land nach oben. Aber muss ich im Dienst sein, wenn ich als Kontaktperson in Quarantäne muss?
Arbeit im Homeoffice: Unter beengten Umständen mit Kindern in Quarantäne?

Arbeit im Homeoffice: Unter beengten Umständen mit Kindern in Quarantäne?

Foto: MoMo Productions / Getty Images

Die Coronazahlen in Deutschland steigen. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass man als Kontaktperson eingestuft wird und unter Umständen  in häusliche Quarantäne muss. Aber was bedeutet das für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konkret? Müssen sie auch während einer Quarantäne arbeiten?

Zur Person

Johannes Schipp ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gütersloh und Mitglied im Deutschen Anwaltverein.

Bei dieser Frage sei zunächst zu klären, ob eine Verpflichtung besteht, im Homeoffice zu arbeiten, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gütersloh. »Wenn ich zum Beispiel auch sonst im Homeoffice arbeite, ändert eine Quarantäne nichts daran.«

Andere arbeiten dagegen üblicherweise nicht im Homeoffice, etwa weil sie im Service eines Restaurants oder im Handwerksbetrieb tätig sind. »Nicht in jedem Fall wird man hier aus dem Homeoffice arbeiten müssen«, sagt Schipp.

Ist der Einsatz im Homeoffice möglich?

Dem Fachanwalt zufolge muss geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen die Arbeit von zu Hause aus möglich ist und auf welche berechtigten Belange seiner Arbeitnehmer ein Arbeitgeber eingehen muss. Als Beispiel führt er den Fall eines Arbeitnehmers an, der unter beengten Umständen mit Frau und Kindern in Quarantäne ist.

Wer dagegen ein stilles Arbeitszimmer hat, muss unter Umständen auch in der häuslichen Quarantäne Aufgaben übernehmen, die der Arbeitgeber ihm überträgt. Welche Tätigkeiten hier infrage kommen, hängt davon ab, wie viel sie mit der vertraglich geschuldeten Arbeitsleistung des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin zu tun haben.

Nicht alle Aufgaben sind zulässig

Gehören etwa bestimmte Dokumentationspflichten zu den Aufgaben einer Erzieherin, kann ihr Arbeitgeber verlangen, dass sie das auch in der Quarantäne von zu Hause aus erledigt. Ein Schlosser dagegen könne in der Regel nicht dazu verpflichtet werden, im Homeoffice etwa Rechnungen zu sortieren. »Das hat mit der vertraglich geschuldeten Tätigkeit gar nichts mehr zu tun«, stellt Schipp klar.

Grundsätzlich gilt aber: Wer während der Quarantäne etwa Symptome einer Coronaerkrankung zeigt und deshalb arbeitsunfähig ist, muss nicht arbeiten.

flg/dpa