Altersvorsorge Bundesarbeitsministerium will Selbstständige entlasten

Sie testen Apps oder liefern Pizza mit dem Fahrrad aus: Sogenannte Crowdworker müssen für ihre Rente bisher allein vorsorgen. Das könnte sich nach Informationen des SPIEGEL bald ändern.

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Im Bundesarbeitsministerium gibt es Überlegungen, sogenannte Crowdworker bei der Altersvorsorge zu entlasten. Die Beamten erwägen, Online-Plattformen künftig an den Rentenbeiträgen zu beteiligen, wenn sie Aufträge an Selbstständige vermitteln. "Wir suchen nach Instrumenten, wie Crowdworker und Selbstständige aus der digitalen Welt mit geringen Einkünften besser abgesichert werden können", sagte Staatssekretär Björn Böhning dem SPIEGEL.

Sind Crowdworker Selbstständige oder Angestellte? Lesen Sie die ganze Geschichte.

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Böhning leitet die digitale Denkfabrik im Bundesarbeitsministerium. Das SPD-geführte Ressort will eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige einführen. Damit sollen vor allem Soloselbstständige vor drohender Altersarmut bewahrt werden. Das Problem: Bei abhängig Beschäftigten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des Rentenbeitrags.

Selbstständige müssten bei einer Versicherungspflicht nach heutiger Gesetzeslage den gesamten Rentenbeitrag allein stemmen. Deshalb könnten auch die Auftraggeber in die Pflicht genommen werden. Crowdworker finden ihre Arbeit über digitale Plattformen. Sie texten Produktbeschreibungen für Onlinehändler, testen Apps oder liefern als sogenannte Delivery-Radler Pizza aus.

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insgesamt 67 Beiträge
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exHotelmanager 26.07.2019
1. Reparatur an der Ich-AG
Das hat viel zu lange gedauert, bis die Politik einen der größten und folgenreichsten Webfehler der Agenda Schröder akzeptiert hat. Für die meisten Opfer dieser Politik kommt es zu spät - und das wohl vorsätzlich, um nicht diese Ausgaben in die Haushalte nehmen zu müssen. Wann wird die SPD endlich merken, dass die Schröder/Hartz-Agenda ein Verbrechen gegen die Bürger ist?
tepchen 26.07.2019
2. Versicherungspflicht ja, Auftraggeber Beteiligung eher nicht
Der Selbstständige muss halt soviel verlangen und so gut bezahlt werden das diese Ausgaben eingepreist sind. In allen anderen Ländern Europas klappt das doch auch, warum nicht in Deutschland? Allerdings sind dort die Kosten oft weitaus geringer als in Deutschland mit bis zu 24,7% vom Brutto. Im Extremfall tragen sich dann eben einige Geschäfts/Ausbeuter/modelle mit den Billigselbstständigen (=Scheinselbstständig) eben nicht mehr.
dorffburg 26.07.2019
3. Einfache Lösung
Ein System ähnlich der KSK einführen, und fertig ist die Laube. Das macht die Dienstleistung zwar teurer, aber sichert die Abgaben entsprechend der Höhe der Aufträge.
snoxx 26.07.2019
4. Warum so komliziert?
Sozialversicherungspflicht fuer Selbstaendige: 1. Kranken- und Pflegeversicherung: Beitrag = Arbeitnehmer + Arbeitgeberbeitraege (Etwa doppelter Beitrag eines Angestellten bei gleichen "Einkommen") 2. Rentenversicherung entweder wie bei der Krankebversicherung oder aber die Leistungen entsprechend reduzieren. Warum irgendwelche "Arbeitgeber" erfinden. Ob sich die Selbstaendigkeit dann immer noch lohnt kann der Selbstaendige ja dann selbst entscheiden. Tut sie es nicht, dann sterben die Portale frueher oder spaeter aus.
horowicz 26.07.2019
5. Fun Fact
als Angestellter muss man ebefalls für seine Rente bisher allein vorsorgen. Wann kommt hier Hilfe?
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