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DGB-Report Jeder zehnte Azubi wird gar nicht ausgebildet

Angehende Mechatroniker sind zufrieden, Maler und Hotelfachkräfte nicht: Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds schwankt die Qualität der Ausbildung stark.
Zwei angehende Mechatroniker

Zwei angehende Mechatroniker

Foto: Franziska Kraufmann/ dpa

Bier holen, Babysitten oder den Büroboden wischen - jeder zehnte Azubi muss regelmäßig Tätigkeiten übernehmen, die nicht zur Ausbildung gehören. Was dazu gehört und was nicht, wissen manche gar nicht: Einem Drittel der Auszubildenden liegt kein betrieblicher Ausbildungsplan vor. Das geht aus dem Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds  hervor, für den mehr als 13.000 Lehrlinge befragt wurden.

13 Prozent der Befragten gaben an, nie oder nur selten von einem Ausbilder angeleitet zu werden. Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Die Zahl der Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden machen muss, ist von 42,2 Prozent im Jahr 2009 auf 34,8 Prozent zurückgegangen. Nur 14,4 Prozent erhalten keinen Ausgleich für diese Mehrarbeit - 2010 hatte dieser Wert noch bei 20 Prozent gelegen.

Befragt wurden Azubis der 25 häufigsten Ausbildungsberufe. 72 Prozent sagten, sie seien insgesamt mit ihrer Ausbildung zufrieden - es gibt aber erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen: Mechatroniker, Industriekaufleute und Zerspanungsmechaniker bewerten ihre Ausbildung überwiegend sehr gut, Fachverkäufer des Lebensmittelhandwerks, Zahnmedizinische Fachangestellte, Malerinnen und Auszubildende in Hotels und Gaststätten überwiegend schlecht.

"Seit mehr als zehn Jahren stellen wir erhebliche Missstände in der Ausbildungsqualität fest, ohne dass es relevante Verbesserungen gegeben hätte", schimpft DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. "Es ist ein Armutszeugnis, wenn Druck, Stress und schlechte Ausbildungsbedingungen für sehr viele junge Menschen schon am Anfang ihres Arbeitslebens stehen."

Fast 60 Prozent der befragten Auszubildenden gaben an, auch krank zur Arbeit zu gehen. Jeder Zweite sagte, er fühle sich durch schlechte Arbeitsbedingungen oder hohe Anforderungen stark belastet, jeder Fünfte sieht sich hohem Leistungs- und Zeitdruck ausgesetzt.

Und 44 Prozent der Auszubildenden im dritten Lehrjahr wussten zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht, ob sie im Anschluss an ihre Ausbildung übernommen werden.

vet/dpa
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