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Digital netzwerken So bleiben Sie in Kontakt

Kein Branchentreffen mehr, kein Businessdinner: Wie hält man mit Kunden und Kontakten die Verbindung? Keine Sorge: Das Netzwerk lässt sich auch virtuell ausbauen. Manches läuft per Video sogar besser.
Auch in Zeiten von Videokonferenzen ist es möglich, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen - wenn Sie ein paar Dinge beachten

Auch in Zeiten von Videokonferenzen ist es möglich, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen - wenn Sie ein paar Dinge beachten

Foto: Grant Hindsley / The New York Times / Redux / laif

Branchenveranstaltungen, Businessdinner und Konferenzen haben in den vergangenen Monaten nicht stattgefunden, Reisen ins Ausland sind nur eingeschränkt möglich. Wie können Sie jetzt berufliche Kontakte knüpfen und trotz Homeoffice die Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen stärken? Hier sind drei Ideen.

Machen Sie Ihr eigenes Ding

Seit Beginn der Pandemie sind viele Konferenzen und andere Großveranstaltungen abgesagt. Aber Sie können trotzdem versuchen, diese zu nutzen, um Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Schauen Sie sich dafür die Konferenzen an, die seit März geplant waren, und auch jene, die in nächster Zeit stattfinden sollten. Finden Sie heraus, wer als Teilnehmerin oder Redner angemeldet war oder wer in den Vorjahren dabei war. Die meisten Programme stehen online. Wenn Sie die Informationen nicht haben, können Sie einfach die Organisatoren anmailen und nach der Liste der Teilnehmenden fragen.

Wählen Sie fünf bis zehn Personen aus, mit denen Sie in Kontakt treten möchten. Finden Sie etwas, das Sie und die andere Person verbindet und so interessant sein könnte, dass der oder die Angesprochene gern mit Ihnen in Verbindung tritt. Das könnte beispielsweise ein gemeinsames Interesse an Robotik sein oder dass Sie Alumni der gleichen Universität sind. Dann mailen Sie die andere Person an oder schicken ihr eine Nachricht über LinkedIn, die in etwa so lauten könnte: "Wir wollten beide in diesem Jahr die Konferenz besuchen. Ich hatte gehofft, Sie dort kennenzulernen, weil ich gesehen habe, dass Sie ebenfalls an Robotik interessiert sind. Gern hätte ich mich mit Ihnen vor Ort ausgetauscht. Aber da die Veranstaltung abgesagt ist und wir alle momentan im Lande bleiben müssen, möchte ich virtuell Kontakt zu Ihnen aufnehmen. Vielleicht haben Sie ja Lust auf einen Kaffee via Zoom?"

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Diese Strategie hat sich der CEO eines Medienunternehmens zu eigen gemacht: Er wollte auf eine große Konferenz fahren, die dann aber abgesagt wurde. Deshalb kontaktierte er einige Leute, die er eigentlich vor Ort hatte treffen wollen, und organisierte eine virtuelle Cocktailparty. Auf diesem Event knüpfte er Kontakte zu interessanten Menschen und wurde anschließend als Redner zu einer zukünftigen Konferenz eingeladen.

Überwinden Sie geografische Grenzen

Bevor die Welt in den Remote-Modus umschaltete, konzentrierten sich die meisten Fach- und Führungskräfte beim Networking vor allem auf Menschen in ihrer Nähe. Wir erlebten dies selbst als Gastgeberinnen regelmäßiger Dinner-Events in New York City: Wenn wir unsere Gästelisten zusammenstellten, standen darauf vor allem Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Wer irgendwo anders wohnte, den baten wir: "Sagen Sie Bescheid, wenn Sie mal wieder in New York sein sollten." Jetzt sind diese Grenzen verschwunden. Wir veranstalten virtuelle Cocktailpartys und können Menschen aus aller Welt einladen, zu denen der Kontakt früher schwierig war. So brachten wir kürzlich für ein Zoom-Meeting Kollegen aus Boston, New York, Minneapolis und Austin zusammen.

Unsere Klienten aus Unternehmen wenden die gleichen Prinzipien an und haben ebenfalls ihren Blickwinkel deutlich erweitert. In der Vergangenheit war es bei vielen nicht üblich, Kollegen aus anderen Regionen zu einem Meeting zu bitten, wenn alle anderen Teilnehmer im gleichen Büro zusammensaßen. Würde sich der Weg für den Gast lohnen? Oft hatten Teilnehmer mit digitalen Möglichkeiten gefremdelt. Jetzt, wo ohnehin viele von zu Hause aus arbeiten, fällt es ihnen leichter, andere Menschen unabhängig von ihrem Standort zu einer Videokonferenz einzuladen.

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Laden Sie hochkarätige Gäste ein

Wegen der aktuellen Krise stehen Führungskräfte derzeit vor vielen neuen Fragen: die Zukunft ihrer Branche, den Umgang ihres Unternehmens mit speziellen Problemen – von der Lieferkette über das Marketing bis hin zum Mitarbeiterengagement – oder die Zukunft der Arbeit. Für Sie als Managerin oder Manager ist dies eine einmalige Chance, aus eigenem Antrieb eine informelle Diskussionsrunde einzuberufen, in der Sie über solche Themen sprechen. In manchen Unternehmenskulturen können Sie einfach ein paar Leute einladen und mit dem virtuellen Meeting loslegen. In anderen ist es wichtig, dass Sie erst Ihren Vorgesetzten informieren.

Wenn Sie sich dann ein paarmal mit Ihrer Gruppe von Gleichgesinnten ausgetauscht und gemeinsam festgestellt haben, dass diese Treffen wertvoll sind, können Sie einen Schritt weitergehen (sofern es in Ihrer Unternehmenskultur angemessen erscheint): Kontaktieren Sie Topmanagerinnen und Topmanager Ihres Unternehmens und laden Sie sie ein, dabei zu sein – entweder als Teilnehmer oder als Gastredner. Unter normalen Umständen wäre es wohl sehr viel schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich, eine hochkarätige Führungskraft als Gast zu gewinnen. Aber weil ohnehin alle virtuell arbeiten (und weil der oder die Eingeladene gerade nicht reisen kann), lässt sich eine 15-minütige Teilnahme oft erstaunlich einfach ermöglichen.

Eine von Alisa Cohns Klientinnen ist Personalvorstand der US-Sparte eines "Fortune"-500-Unternehmens. Schon ganz zu Anfang der Pandemie ergriff sie die Initiative und berief eine regelmäßige Videokonferenz mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Weltregionen ein. Im Laufe der vergangenen Monate konnte sie zahlreiche Führungskräfte ihres Unternehmens – darunter auch den globalen CEO – zur Teilnahme bewegen. Dadurch wurde sie für ihn sichtbar, und er ruft sie nun persönlich an, um darüber zu sprechen, wie es in den verschiedenen Weltregionen läuft.

Wie Sie sehen: Es gibt viele Wege, um berufliche Kontakte zu knüpfen. Die drei beschriebenen Strategien helfen Ihnen, in der Krise zu wachsen und mit neu gewonnener Stärke aufzutreten, sobald persönliche Treffen wieder möglich sind. © HBP 2020

Dieser Artikel erschien in der November-Ausgabe 2020 des Harvard Business manager.