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OECD-Studie Deutsche nur mittelmäßig auf digitalen Wandel vorbereitet

Arbeitnehmer in Deutschland sind im globalen Vergleich nur durchschnittlich gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Für Spitzenplätze reicht es laut einer Studie in nur wenigen Bereichen.

Massenarbeitslosigkeit durch den technischen Wandel und Globalisierung drohe zunächst nicht, hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zuletzt in einer Studie befunden. Dennoch seien insbesondere die Jobs Geringqualifizierter durch Automatisierung und Digitalisierung bedroht - nicht nur in Deutschland.

Bei welchen Fähigkeiten es genau hapert, hat die OECD nun in einer weiteren Studie untersucht. Und herausgefunden: In vielen Bereichen sind deutsche Arbeitnehmer zumindest etwas besser qualifiziert als Menschen in anderen OECD-Ländern. Meist sind sie jedoch nur Mittelmaß, für einen ersten Platz in den Rankings reicht es nie.

Für den "Skills Outlook 2019" untersuchte die Organisation etwa, ob und wie häufig Angestellte bei der Arbeit Computer nutzten, etwa um damit E-Mails zu schreiben oder sich tiefergehend zu informieren. Zudem wurden die Digital-Fähigkeiten von Lehrern gezielt untersucht. Sie sind laut OECD maßgeblich dafür, wie gut die kommenden Generationen auf die Digitalisierung vorbereitet sind.

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Foto: Danial RiCaRoS/ Unsplash

Für Arbeitnehmer, deren Schulzeit schon länger zurückliegt, gibt es dagegen teils noch Nachholbedarf. Der Studie zufolge muss etwa jeder zehnte deutsche Arbeitnehmer (11 Prozent) Umschulungen mit einer Dauer von einem bis drei Jahren besuchen, um "einem Beruf mit hohem Automatisierungsrisiko zu entkommen". Durch solche Fortbildungen wären die Arbeitnehmer in der Lage, Berufe auszuüben, bei denen sie nur in geringerem Maße durch Maschinen oder Computer ersetzt werden können. In Norwegen haben demnach weniger als fünf Prozent der Beschäftigten solche Maßnahmen nötig (OECD-Durchschnitt 10,9 Prozent).

Vorne mit dabei sind jedoch deutsche Jugendliche, sie sind überdurchschnittlich gut mit digitalen Arbeitsweisen vertraut. Weniger als ein Prozent von ihnen (OECD-Durchschnitt: 2,3 Prozent) verfügt demnach über "geringe kognitive und digitale Fähigkeiten". In die Kategorie fällt etwa, wer nur über mangelhafte Lese- und Rechenfähigkeit verfügt und keine Erfahrung mit der Arbeit an Computern habe.

Anders als häufig unterstellt, ist auch der Anteil der älteren Menschen in dieser Kategorie in Deutschland vergleichsweise gering. Er liegt laut OECD nur bei knapp zehn Prozent (OECD-Durchschnitt: 17 Prozent). In der Türkei dagegen verfügen dagegen annähernd zwei Drittel der älteren Menschen nicht über ausreichende Lese- und Rechenfähigkeit sowie Computererfahrung.

Als "Vorreiter" in vielen Bereichen führt die OECD Belgien, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Sie seien auf die Digitalisierung besonders gut vorbereitet, "weil ein großer Teil der Bevölkerung die notwendigen Vorkenntnisse besitzt oder Zugang zu entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen hat."

fek