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Job & Karriere

Sexismus-Debatte Forscherinnen protestieren mit Foto-Tweets

"Frauen im Labor lenken Männer nur ab": Der vermeintliche Scherz des Nobelpreisträgers Tim Hunt hat ihn den Job gekostet - und auf Twitter eine Sexismus-Debatte ausgelöst. Tausende Wissenschaftlerinnen veröffentlichen Fotos von sich.

Sie tragen riesige Schutzbrillen, stecken in aufgeblasenen Sicherheitsanzügen oder unförmigen Laborkitteln: Unter dem Hashtag #distractinglysexy posten auf Twitter Tausende Wissenschaftlerinnen aus aller Welt Fotos von sich an ihren Arbeitsplätzen - als Protest gegen die Äußerungen des britischen Nobelpreisträgers Tim Hunt.

Tim Hunt

Tim Hunt

Foto: CSABA SEGESVARI/ AFP

Dieser hatte bei einer Konferenz von Wissenschaftsjournalistinnen gesagt: "Drei Dinge passieren, wenn sie im Labor sind: Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen."

Journalistinnen verbreiteten seine Sätze, ein Sturm der Empörung brach los. Der BBC sagte Hunt, seine Äußerung sei humorvoll und ironisch gemeint gewesen. Aber: "Ich habe mich in Menschen verliebt im Labor, und die haben sich in mich verliebt." Diese "emotionale Verknüpfung" habe das "Leben sehr schwer gemacht".

An der Uni soll Hunt für bisweilen derbe Sprüche bekannt sein, diesmal hat ihn der vermeintliche Scherz den Job gekostet. Der 72-Jährige hat am Donnerstag seinen Posten als Honorarprofessor am University College London (UCL) abgegeben. Auf Twitter geht der Proteststurm weiter.

Zu der Aktion hatte das feministische Onlinemagazin Vagenda aufgerufen, innerhalb weniger Stunden wurden mehr als 10.000 Tweets mit dem Hashtag gepostet.

vet
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