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DIW-Studie Deutlich mehr Frauen in Deutschlands Vorständen

Rund jedes siebte Vorstandsmitglied in den Top-200-Firmen ist eine Frau, zeigt eine Untersuchung. In den Aufsichtsräten tut sich allerdings wenig.
Frauen ganz oben: Eine DIW-Untersuchung zeigt, dass Unternehmensvorstände in Deutschland weiblicher geworden sind

Frauen ganz oben: Eine DIW-Untersuchung zeigt, dass Unternehmensvorstände in Deutschland weiblicher geworden sind

Foto: Filip Singer / EPA-EFE

Die Frauenquote für Topetagen großer Unternehmen greift erst ab August dieses Jahres – trotzdem soll sie schon Wirkung zeigen: Der Frauenanteil in Vorständen ist einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)  zufolge stark gewachsen. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres gab es in den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland 139 Frauen im Vorstand. Rund jedes siebte Vorstandsmitglied in den Top-200-Firmen ist demnach eine Frau. Das waren 38 mehr als im Jahr zuvor, wie das aktuelle Managerinnen-Barometer des DIW zeigt.

»Der Frauenanteil in den Vorständen der Top-200-Unternehmen stieg damit um gut drei Prozentpunkte auf fast 15 Prozent«, hieß es. Das sei der stärkste Zuwachs seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2006. Im vergangenen Jahr lag der Frauenanteil bei rund zwölf Prozent. Auch das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY hatte zuletzt von einem kräftigen Zuwachs berichtet. 

Grund dafür ist laut DIW die Frauenquote für Unternehmensvorstände, die Anfang des vergangenen Jahres vom Kabinett beschlossen wurde. Der lange umstrittene Gesetzentwurf sieht vor, dass in börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern bei Neubesetzungen mindestens eine Frau im Vorstand sitzen muss.

Demnach trifft diese Regelung auf 66 Unternehmen zu. Die Quote sei zwar erst ab August dieses Jahres verpflichtend, zeige aber bereits Wirkung, teilte das DIW weiter mit. »In nur noch 19 der 66 Unternehmen waren die Vorstände im Spätherbst 2021 reine Männerdomänen.«

Keinen Fortschritt in Aufsichtsräten

In den Aufsichtsräten gab es 2021 – anders als in den Vorjahren – deutlich geringere Zuwächse. Trotzdem befände sich der Anteil auf einem vergleichsweise hohen Niveau von fast einem Drittel Frauen.

Erst vor wenigen Tagen äußerte sich Ursula von der Leyen mit einem neuen Vorstoß für eine Frauenquote in Aufsichtsräten. Demnach will die Chefin der EU-Kommission einen Anteil von 40 Prozent Frauen in Kontrollgremien börsennotierter Unternehmen in der EU zur Pflicht machen.

faq/dpa-AFX
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