Frauen im Silicon Valley Managerin verliert Diskriminierungsklage gegen Investmentfirma

Das Urteil wurde mit Spannung erwartet, es ging um die Karrierechancen von Frauen im Silicon Valley. Eine Jury hat die Diskriminierungsklage von Ellen Pao gegen eine Investmentfirma nun abgewiesen.

Ellen Pao in San Francisco: Diskriminierungsklage abgeschmettert
REUTERS

Ellen Pao in San Francisco: Diskriminierungsklage abgeschmettert


Ein Geschworenengericht in Kalifornien hat die Diskriminierungsklage der Managerin Ellen Pao gegen die Venture-Capital-Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB) abgewiesen. Die Firma habe Pao nicht wegen ihres Geschlechts benachteiligt, urteilte die Jury.

Das Urteil war im Silicon Valley mit Spannung erwartet worden. Den Tech-Firmen dort wird nachgesagt, dass sie Männerläden sind, mit ein paar Frauen zur Dekoration am Empfang oder bevorzugt im unteren Management. Der Prozess hatte daher eine

Signalwirkung für die ganze Branche.

Vier Wochen lang tobte im Gerichtssaal eine erbitterte Schlacht. Pao, 45, die von 2005 bis 2012 für KPCB gearbeitet hatte, warf ihrem früheren Arbeitgeber vor, sie nicht befördert zu haben, weil sie eine Frau sei - und weil sie eine Affäre mit einem Teilhaber der Firma beendet hatte. Die Gegenseite konterte: Man habe Pao nicht befördert, weil sie eine böse, egoistische Persönlichkeit habe.

Die Jury kam zu dem Schluss, dass die Firma Männer und Frauen nicht mit unterschiedlichem Maß messe. Auch habe das Management keinen Rachefeldzug gegen Pao geführt.

loe/AP/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
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Marut 28.03.2015
1. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Nun, das passt ja! Wenn eine Frau zielstrebig ist, dann ist sie böse und egoistisch. Wenn sie dann noch einen Chef der Firma abweist - geht garnicht. Auch hätte sie wissen müssen, dass sie keine Chance hat, weil sie ja mit 45 nicht mehr das knackige Lustobjekt ist. Und all diese Wertewelt soll nun mit TTIP auch bei uns etabliert werden. So Gesetze wie Frauenquote oder Gleichbezahlungsrecht sind dann für amerikanische Firmen ein einschneidender Nachteil und ein nur mit Männern besetztes Schiedsgericht wird uns dann zu Schadensersatz verurteilen. Klasse Perspektive.
eskimoser 28.03.2015
2. 6:6
Bevor jetzt spekuliert wird, Quote und so: Es war eine 50/50 Jury, dieses kleine Detail koennte auch gut im Artikel stehen. Finde ich
Criticz 28.03.2015
3. Hallo Eskimoser
Vielen Dank für den Hinweis.....eine wirklich relevante Information, da im Artikel ja so bisschen der Eindruck erweckt wird, die Jury hätte unsachlich geurteilt. Also keine Machstrukturen in der Jury (-:
thrlll 28.03.2015
4.
Zitat von CriticzVielen Dank für den Hinweis.....eine wirklich relevante Information, da im Artikel ja so bisschen der Eindruck erweckt wird, die Jury hätte unsachlich geurteilt. Also keine Machstrukturen in der Jury (-:
Und wo genau wird in dem Artikel der Eindruck erweckt, die Jury habe unsachlich geurteilt? Er ist ja nicht sonderlich lang, der Artikel.
Romanny 28.03.2015
5. Gewinnerzielungsabsicht.
Warum in aller Welt sollte ein amerikanisches Internet-Unternehmen (oder überhaupt ein Unternehmen) weibliche Mitarbeiter wegen ihres Geschlechts benachteiligen oder bei Beförderungen übergehen? Die möchten Gewinn machen und zwar so viel wie möglich. Das ist das zentrale und allem anderen übergeordnete Motiv aller Akteure in einem marktwirtschaftlichen System. Einzig und allein daran richten Unternehmen ihre Personal- und sonstigen Entscheidungen aus. Wenn die weibliche Kandidatin tatsächlich die bessere Bewerberin ist, wäre die Firma mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie einen minderqualifizierten Mann nähme. Daran ändern auch die feministischen Verschwörungstheorien von den bösen Männerbünden nichts, die angeblich unter sich bleiben wollen und die armen Frauen diskriminieren.
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