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Statistisches Bundesamt Väter trauen sich langsam Richtung Elterngeld

Sie kümmern sich nach der Geburt um ihr Kind und setzen deswegen im Job aus: Sieben Prozent mehr Väter haben im vergangenen Jahr Elterngeld bezogen. Trotzdem nehmen sie sich nach wie vor wesentlich kürzere Auszeiten als die Mütter.

Die Zahl der Väter, die für ihren Nachwuchs eine berufliche Auszeit nehmen und Elterngeld beziehen, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Zahl stieg seit 2017 um sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl der Mütter, die Elterngeld erhalten, nahm dagegen nur um drei Prozent zu.

Doch die Mütter bezogen das Elterngeld deutlich länger als die Väter, wie aus den Zahlen hervorgeht: Ihre durchschnittliche Bezugsdauer lag im Schnitt bei 11,7 Monaten, bei den Vätern dagegen nur bei drei Monaten.

Auch sind Frauen bei dieser finanziellen Unterstützung der Kinderbetreuung insgesamt weiter deutlich in der Mehrzahl: Im Jahr 2018 erhielten den Daten zufolge rund 1,4 Millionen Mütter und 433.000 Väter Elterngeld. Zusammengerechnet waren das vier Prozent mehr Menschen als im Jahr 2017.

Diese Elterngeld-Modelle gibt es

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Elterngeld Plus fällt in der Regel niedriger aus, wird aber länger gezahlt - bis zu 36 Monate für die Elternteile zusammen.

Mit 30 Prozent wählte fast ein Drittel der Mütter Elterngeld Plus, bei den Vätern waren es 13 Prozent - jeweils ein leichter Anstieg.

Die Gründe, warum Väter weniger Elterngeld beziehen, sind verschieden: Laut der Plattform Elterngeld.de nehmen Väter nach der Geburt ihres Kindes auch gern Urlaub, anstatt beim Arbeitgeber Elterngeld zu beantragen. "Damit verpassen diese Väter die Chance auf die staatliche Leistung", erklärt Patrick Konrad, Pressesprecher von Elterngeld.de. Denn auch Väter haben einen Rechtsanspruch auf Elternzeit und Elterngeld.

Einige Väter entscheiden sich laut Pro-Familia-Beraterin Hannelore Lambertz-Eichhoff aus Angst um ihren Job allerdings bewusst für die Urlaubsvariante. "In kleineren, konventionellen Betrieben kommt das noch vor", sagt die Sozialarbeiterin.

kha/dpa/AFP
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