EuGH-Urteil Karfreitag soll für alle ein Feiertag sein

Bislang galt der Karfreitag in Österreich nicht für alle als Feiertag. Das hat der Europäische Gerichtshof nun gekippt. Die bisherige Regelung sei eine Diskriminierung anderer Religionen.

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In Österreich war der Karfreitag bislang nicht für alle ein Feiertag, sondern nur für Angehörige der Altkatholischen Kirche und bestimmter protestantischer Kirchen. Nur sie hatten einen Feiertagszuschlag bekommen, wenn sie am Karfreitag gearbeitet haben. Katholiken gingen etwa leer aus.

Nun hat der Europäische Gerichtshof diese Regelung gekippt. Das sei eine Diskriminierung anderer Religionen, urteilte der EuGH am Dienstag in Luxemburg.

Gegen die bisherige Regelung hatte ein Arbeitnehmer geklagt, der keiner dieser Kirchen angehört. Er wollte für seine Arbeit am Karfreitag ebenfalls einen Zuschlag. Der EuGH gab ihm recht.

Die österreichische Regelung sei eine "unmittelbare Diskriminierung der Religion wegen", befanden die Richter. Bis Österreich die Klausel ändere, müssten Arbeitgeber auch anderen Beschäftigten das Recht auf einen Feiertag am Karfreitag gewähren. Wenn die Arbeitnehmer nicht freimachen könnten, stehe ihnen das Recht auf ein Zusatzentgelt zu.

kha/dpa

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jomai 22.01.2019
1. Tolles Urteil
Dann muss es also demnächst 4 zusätzliche bundesweite Feiertage geben, wie zB- Heilig Drei Könige oder Fronleichnam. Denn dass ist dann ja auch Diskriminierung wenn da nur in ausgewählte Bundesländern nicht gearbeitet werden muss oder Zuschläge gibt.
arr68 22.01.2019
2. Hört endlich auf,
christliche Feiertage als Maßstab für Alle zu nehmen. Es gibt genug Berufe, die auch an solchen Tagen arbeiten müssen, obwohl sie gläubige Christen sind. Also, zählt die Feiertage durch und gebt sie allen als Urlaubstage, die jeder an dem Tag und für das Ereignis nutzen mag, was auf dem Herzen liegt.
Pierre30 22.01.2019
3. Ein Tag,
der Ereignisse feiert, die es nie gegeben hat, ist das übliche "christliche" Brimborium.
pfalzkapelle 22.01.2019
4. Hier geht es nicht um irgendeinen Feiertag...
hier geht es um den Karfreitag. Ohne Karfreitag macht Ostern einfach keinen Sinn. Man kann also nur dann Ostern feiern, wenn Jesus vorher gestorben ist. Ansonsten muss man sich auch vor Augen halten, dass die Leute, die früher in der Kirche durch ihre umbeugsame Haltung für Ärger, Mord und Totschlag gesorgt haben, heute in der Regel nicht in der Kirche sind, sondern Menschen, die meinen ohne Glauben ihr Leben zu führen. Defacto aber verhalten sie sich wie ihre Vorgänge, nur eben neben und außer der Kirche. Das genau ist der Unterschied zu früher. Aber, das ist leider nur schwer einzusehen.
dasfred 22.01.2019
5. Ich war überrascht
Als evangelisch Konfirmierter hat es mich überrascht, das ausgerechnet bei den Katholiken, die überall ihre Kruzifixe hinhängen, ausgerechnet Karfreitag nicht den Stellenwert hat, der ihm zukommt. Ohne Kreuzigung, ohne dass Jesus die Sünden der Menschheit auf sich nahm, gibt es auch keine Kruzifixe. Ob man nun dran glaubt oder nicht.
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