Europäischer Gerichtshof Griechischer Mönch muss als Rechtsanwalt anerkannt werden

Ein Mönch könne nicht gleichzeitig ein Rechtsanwalt sein, hatten griechische Behörden entschieden. Das wollte ein Betroffener nicht hinnehmen. Der Europäische Gerichtshof gab ihm recht - teilweise.

Mönch oberhalb des Klosters Thivaidas am Berg Athos in Griechenland (Archivbild 2012)
SAKIS MITROLIDIS/ AFP

Mönch oberhalb des Klosters Thivaidas am Berg Athos in Griechenland (Archivbild 2012)


Ein Mönch, der in Zypern Rechtsanwalt geworden war, muss auch in Griechenland in dem juristischen Beruf anerkannt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Der Mann erzielte damit nach jahrelangem Rechtsstreit aber nur einen Teilerfolg. Aus dem Urteil leitet sich nicht automatisch ab, dass er auch in Griechenland als Rechtsanwalt arbeiten darf.

In dem Fall geht es um einen Mönch aus dem griechischen Kloster Petra, der in Zypern die Qualifikation als Rechtsanwalt erworben hatte. Die zuständige Rechtsanwaltskammer in Athen lehnte es jedoch ab, ihn in das entsprechende Verzeichnis einzutragen. Sie begründete dies mit nationalen Vorschriften, wonach die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs mit der Eigenschaft als Mönch unvereinbar sei.

Dagegen ging der Mönch vor. Das mit dem Fall befasste griechische Gericht legte den Fall dem EuGH vor - und das gab dem Mann nun teilweise recht.

Der EuGH verwies in seinem Urteil darauf, dass die entsprechenden EU-Regeln bei zuwandernden Rechtsanwälten die gegenseitige Anerkennung in den Staaten der EU festlegen. Das heißt: Einem Mönch kann es nicht auf Grundlage einer nationalen Regelung verboten werden, sich wie in einem anderen EU-Staat als Rechtsanwalt eintragen zu lassen.

Für die Eintragung als Rechtsanwalt brauche man nicht mehr als die Bescheinigung über eine solche Eintragung in dem Land, aus dem der Betroffene kommt. Allerdings: Berufs- und Standesregeln könnten sich von einem EU-Land zum anderen stark unterscheiden. Um die Tätigkeit als Rechtsanwalt zu gestatten, könne der Aufnahmestaat deshalb weitere Garantien einfordern. Diese müssten jedoch verhältnismäßig sein.

ngo/AFP/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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sapiens-1 08.05.2019
1. Der Beitrag enthält zu wenige Informationen!
Ich verstehe daran so einiges nicht, was recherchiert gehört. so z.B. auf welcher Grundlage erklärt das griechische Recht den Status eines Mönches mit dem einens Rechtsanwaltes für unvereinbar? Einfach so, geht natürlich nicht. Andererseits müßte ein Rechtsanwalt schon eine Art Ausbildungs-/Sachkundenachweis erbringen und nicht "nur" eine Bescheinigung seines Heimatlandes über den Eintrag in einem Berufsregister. Es gibt ja insbesondere im religiösen Bereich eine Grauzone in der sog. ("selbsternannte") Mediatoren unterwegs sind und Recht sprechen, hier müßte man sicherstellen, daß solche Leute ggf vor einem Eintrag in solche Listen genauer geprüft werden. Also zu diesem Thema gäbe es noch einigen Klärungsbedarf, der mit diesem Artikel nur unzureichend geleistet wurde.
Spassbremse 08.05.2019
2. Marktnische
Eine Art göttlicher Rechtsbeistand - warum denn nicht? Unter Juristen dürfte das ein echtes Alleinstellungsmerkmal bedeuten. Ich wünsche dem Mann jedenfalls alle Gute und viel Erfolg für die Zukunft!
Shismar 09.05.2019
3. Was ist da unverständlich?
Wenn der Mann in Zypern als Rechtsanwalt ausgebildet und in das Berufsregister eingetragen wurde ist er eben kein Mediator oder ähnliches, sondern Rechtsanwalt. In Griechenland darf er für die Anerkennung nicht auch Mönch sein. Kompletter Schwachsinn, meiner Meinung nach. Es gibt natürlich viele Personen des Klerus, die Juristen sind und auch entsprechend in die Rechtsanwaltskammer aufgenommen sind. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Befähigung zum Rechtsanwalt für deutsches Recht ist allerdings auch mit gewissen Hürden verbunden. Die sind zwar vielleicht übertrieben, aber immerhin nachvollziehbar.
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