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Familienunternehmen Diese Menschen leiten Firmen in vierter Generation

Vier Unternehmer der vierten Generation erzählen, mit welchen Erwartungen sie ins Geschäft eingestiegen sind, wie die Zusammenarbeit mit den Eltern und Großeltern gelingen kann - und warum es in Ordnung ist, wenn Dynastien enden.
Aufgezeichnet von Florian Gontek und Verena Töpper
Lisa Vollmayer, 27, (rechts) arbeitet seit 2018 Vollzeit auf dem 15 Hektar großen Weingut ihrer Familie in Hilzingen. Unterstützt wird sie auch von ihren Schwestern Desirée (links) und Isabell.

Lisa Vollmayer, 27, (rechts) arbeitet seit 2018 Vollzeit auf dem 15 Hektar großen Weingut ihrer Familie in Hilzingen. Unterstützt wird sie auch von ihren Schwestern Desirée (links) und Isabell. 

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Lothar Adamczyk

Rund drei Millionen Familienunternehmen gibt es in Deutschland, viele schon seit mehr als 100 Jahren. In den kommenden zwei Jahren planen 152.000 Inhaber kleiner und mittlerer Firmen, das Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers zu legen - aber weniger als jeder Zweite glaubt, diesen in der eigenen Familie zu finden. "Das prägende Bild der familieninternen Übergabe an den Sohn oder die Tochter gerät ins Wanken", ist das Fazit einer Studie der staatlichen Förderbank KfW.

Vier Unternehmer erzählen die Geschichte ihres Familienbetriebs - und was es bedeutet, vierte Generation zu sein.

Winzerin: "Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam am Esstisch"

"Schon als Sechsjährige habe ich mit meiner Oma Wein verkauft. Ich durfte zwar nicht probieren, aber das hat mich nicht davon abgehalten, den Kunden zu erklären, wie der Wein schmeckt. Meine Eltern und Großeltern haben uns die Arbeit jeden Tag vorgelebt. Trotzdem war ich mir nach dem Abi nicht so sicher, ob ich Winzerin werden will. Eine richtige Alternative hatte ich aber nicht. Ich habe dann ein halbes Jahr in Neuseeland auf einem Weingut gearbeitet. Das hat meinen Blick auf den Beruf sehr geprägt und ich wusste: Ich möchte das Weingut weiterführen. Nun bin ich die vierte Generation.

Auch meine beiden jüngeren Schwestern sind mittlerweile eingestiegen. Isabell stellt Kosmetik aus Trauben her, Desirée ist gelernte Winzerin und bald auch Weinbautechnikerin. Meine Schwestern und ich waren schon immer ein Trio. Was viele Dinge angeht, entscheiden wir sehr ähnlich, haben aber auch unseren eigenen Charakter. Wir haben klare Aufgabenfelder, das hilft. Gerade, wenn beim Austrieb der Reben oder der Weinlese schnell entschieden werden muss, kann es aber auch mal eine Herausforderung sein, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Ich bin hauptsächlich für Marketing und Vertrieb zuständig, kümmere mich aber auch um Weinproben und unterstütze während der Weinlese beim Vinifizieren. Anders als mein Vater lege ich viel Wert auf Social-Media-Kanäle. Facebook und Instagram, das muss heute dazugehören. Wir verkaufen das Produkt Wein mittlerweile als Komplettpaket - mit kulinarischen Weinevents, Trauben-Kosmetik und Übernachtung mit Blick auf die Weinberge.  

Schon als Sechsjährige habe ich mit meiner Oma Wein verkauft

Die Kunden sind anspruchsvoller geworden, sie möchten mehr über Hintergründe wissen und erwarten ein anderes Einkaufserlebnis als früher. In den vergangenen Jahren haben wir Schwestern eine eigene Kollektion von Weinen herausgeben. Mein Vater ist offen für so etwas und gibt uns das Vertrauen.  

In den letzten Jahren haben sich viele Dinge verändert. Wir bauen nun auch andere Rebsorten an, nicht nur klassische Badener Weine wie den Müller-Thurgau, Grau- und Spätburgunder, sondern auch Sauvignon Blanc und Cabernet-Rebsorten. Das haben wir auch dem Klimawandel zu verdanken, früher war es diesen Sorten in unserer Region zu kalt.  

Wein ist für uns alle Hobby und Beruf. Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam am Esstisch. Das hat sich in der Familie über all die Jahre nicht verändert. Wir wollen unsere Trauben gemeinsam mit der Natur anbauen und nachhaltig bleiben - das ist wichtig.” 

Fahrschulunternehmer: "Fahrschulen, wie wir sie heute kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben"

Tim Wetjen, 25, leitet zusammen mit einem Vater eine Fahrschule mit mittlerweile 15 Filialen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Tim Wetjen, 25, leitet zusammen mit einem Vater eine Fahrschule mit mittlerweile 15 Filialen in Hamburg und Schleswig-Holstein

Foto: privat

"Als Kind bin ich nach der Schule nicht nach Hause gegangen, sondern in die Fahrschule. Alle waren dort: mein Vater, meine Mutter, meine Großeltern. Schon mein Uropa hat in den 30er-Jahren in Hamburg Fahrschüler unterrichtet, in der Nachkriegszeit gab er die Theoriestunden auf dem Dachboden. 

Im Gegensatz zu ihm, meinem Vater und meinem Opa bin ich aber kein Fahrlehrer geworden, sondern habe Brand Management studiert. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, in die Fahrschule einzusteigen. Für meinen Vater wäre es auch okay gewesen, wenn ich etwas anderes gemacht hätte. Aber ich bin in der Firma aufgewachsen, habe schon als Kind mitgeholfen und Mappen gefaltet, es wäre ja schade, das alles aufzugeben. Also haben mein Vater und ich uns zusammengesetzt und überlegt, wie eine Zusammenarbeit für uns beide funktionieren könnte.

Wir profitieren von der Mischung unserer Sichtweisen

Mein Vater hatte damals drei oder vier Filialen, und wir sahen viel Potenzial, ein kleines "Imperium" daraus zu machen. Und das ist uns gelungen! Wir haben jetzt fast 75 Mitarbeiter an 15 Standorten in Hamburg und Schleswig-Holstein und eine Zentrale mit eigenem Callcenter. Allein in der Klasse B machen jedes Jahr rund 4000 Menschen bei uns den Führerschein, dazu kommen dann noch Bus-, Lkw- und Motorrad-Fahrschüler. Damit sind wir deutschlandweit ganz vorn. 

Ich glaube, wir profitieren sehr von der Mischung aus meiner jugendlichen Sichtweise - und manchmal vielleicht auch meinem Leichtsinn - und seiner Erfahrung. Eine meiner ersten Aktionen war die Überarbeitung unseres Ausbildungskonzepts: Wir erarbeiten mit jedem Schüler schon vor der ersten Fahrstunde einen Plan, wann er mit dem Führerschein fertig sein wird. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie hilfreich solche Pläne sind, denn so kann man viel leichter Schule, Hobbys und Nebenjobs unter einen Hut bringen. Natürlich lernen nicht alle gleich schnell und man muss auch mal nachjustieren, aber es ist schon ein großer Fortschritt zu früher, als man jede Fahrstunde neu ausmachen musste und keine Ahnung hatte, wann man mal am Ziel ist. 

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Viessmann, Sixt, Otto: Wie Familienunternehmen ihre Nachfolger aufbauen

Foto:

Gene Glover / Agentur Focus

Mein Vater ist zum Glück sehr offen für neue Vorschläge, und so arbeiten wir jetzt auch mit Fahrsimulatoren, Elektroautos – und einem selbstfahrenden Tesla. Dieser wurde extra für uns mit Doppelpedalen ausgestattet; diese Sonderanfertigung hatte natürlich ihren Preis.  Aber ich finde es wichtig, dass wir beim Thema autonomes Fahren vorne mit dabei sind.

In der Zukunft wird es Fahrschulen, wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben. Ich bin aber davon überzeugt, dass ganz neue Geschäftsfelder entstehen werden – und wir in Zukunft die sein werden, die über Risiken und Herausforderungen autonomer Fahrzeuge aufklären. Auch das Fahren in autonomen Autos muss man lernen, und es kostet es schon Überwindung, die Kontrolle an ein Fahrzeug abzugeben.

Bis autonome Autos Standard sind, werden auch sicherlich noch einige Jahrzehnte vergehen. Die Technik ist schon sehr weit, funktioniert im Moment aber nur in Städten, die am Reißbrett geplant sind. Mit einer Fahrt quer durch die verstopfte Hamburger Innenstadt, wo jederzeit ein Hund auf die Straße springen oder ein Krankenwagen angerast kommen kann, sind die Autos noch völlig überfordert.

Ich selbst habe das Autofahren von meinem Opa gelernt, immer samstags waren wir unterwegs. Nur bei den letzten Fahrstunden und der Prüfung war dann mein Vater dabei. Wir diskutieren viel, lassen uns aber auch gegenseitig von Argumenten überzeugen. Und obwohl wir uns jeden Tag im Büro gegenübersitzen, schauen wir nach der Arbeit auch mal zusammen Fußball oder fahren sogar gemeinsam in den Urlaub. Meistens treffen wir dann die besten Entscheidungen!

Die Aufgaben haben wir unter uns aufgeteilt; ich kümmere mich um Marketing, Social Media und das ganze Backoffice und mein Vater um das Personal und die Finanzen. Einige unserer Fahrlehrer arbeiten schon länger in der Firma als ich auf der Welt bin. Aber auch von einigen Mitarbeitern sind mittlerweile schon die Kinder bei uns eingestiegen; wir haben ganze Familien, die bei uns arbeiten. Das ist großartig, bedeutet aber auch viel Verantwortung, gerade jetzt während der Corona-Pandemie. Wir mussten wochenlang schließen und haben erhebliche Verluste erlitten. Ein erneuter Lockdown wäre für unsere Branche eine Katastrophe."

Inhaberin eines Fachhandels: "Ich bin strenger als mein Vater"

Charlotte Peters, 28, führt seit 2016 einen Fachhandel für Eisenwaren in Hamburg mit 28 Mitarbeitenden. Gegründet wurde das Geschäft im Jahr 1897

Charlotte Peters, 28, führt seit 2016 einen Fachhandel für Eisenwaren in Hamburg mit 28 Mitarbeitenden. Gegründet wurde das Geschäft im Jahr 1897

Foto: Simon Kolbe

"Ich kümmere mich vor allem um Buchhaltung und Marketing - der komplette Büro-Part ist also meiner. Mein Vater arbeitet mit den Kunden, das ist das, was er liebt. Das Geschäft zu übernehmen, war nach der Banklehre nicht meine erste Idee. Klar, der Betrieb war schon immer das Kind unserer Familie. Es gibt keinen Tag, an dem wir zu Hause nicht über die Firma sprechen. Dennoch wollte ich erst einmal schauen, welche weiteren Möglichkeiten es gibt - und bildete mich zur Bilanzbuchhalterin weiter.

Mein Vater bot mir dann am Abendbrottisch an, die Kosten für die Ausbildung zu übernehmen, wenn ich den Laden übernehme. Ich merkte direkt, dass ihm das ernst war. Einerseits machte mich seine Frage froh und stolz; sie ließ mich aber auch nachdenken: Ich würde dann immer die Tochter des Chefs sein und auch Handwerk, Eisen und Stahl waren gar nicht so meines. 

Jetzt bin ich seit 2016 in der Geschäftsleitung – und es klappt gut. Mein Vater und ich sind in manchen Dingen dennoch wie Feuer und Wasser. Ich bin eher ein Büromensch und grübele zuerst mit mir, bevor ich meine Ideen dem Team vorstelle. Für Papa und Opa waren Schreibtisch und Büro nicht wichtig: Dinge wurden am Tresen geklärt. Meine Welt ist eine andere.

Mein Großvater war im Laden ein richtiger Monarch. Kam der Chef, musste alles stehen und liegen gelassen werden, Mitarbeiter ließ er gern über die Sprechanlage ausrufen. Mein Vater hat diese Strenge aufgebrochen. Er hat einen sehr liebevollen Umgang mit den Mitarbeitern, Hierarchien sind ihm nicht wichtig. Seit ich in der Geschäftsführung bin, läuft alles wieder ein bisschen strenger – aber auch schneller. Ich war schon als Kind häufig in der Firma. Damals, in der achten Klasse, habe ich auch meinen "Girls Day" im Laden gemacht. 

Mein Vater und ich sind in manchen Dingen dennoch wie Feuer und Wasser

Im Freundeskreis haben viele gesagt, dass es ja klar gewesen sei, dass ich den Betrieb übernehme. Andere meinten, ich würde verpassen, die Welt zu sehen. Ich bin ein absoluter Reisefan, war mit 16 ein Jahr in Oklahoma. Für Führungskräfte ist es wichtig, die Welt anzusehen. Davon bin ich überzeugt. 

Meine erste Amtshandlung war eine neue Homepage. Auch unser 30 Jahre altes Firmenlogo habe ich verändert. Das war für viele Mitarbeitende nicht einfach. Für mich persönlich war das auch ein Schritt, um der neuen Zeit im Betrieb ein Bild zu geben. Allein, damit nicht alle sagen: Das ist nur die Tochter. 

Ich bin sehr viel jünger als der Großteil des Teams - und eine Frau. Ich hatte Sorge, dass ich deshalb vielleicht nicht ernst genommen werden würde, aber das war nicht der Fall. Heute möchte ich die Jungs und meine zwei Mitarbeiterinnen nicht missen.  Auch viele Kunden kennen mich, seit ich als kleines Mädchen im Laden war. Die Bindung ist eine besondere.  

Über die Jahre sind im Laden mehr Dinge gleichgeblieben als sich verändert haben. Der Tresor aus der Gründerzeit steht noch immer im Büro. Wir haben noch heute viele Hobel und Hämmer, die wir zu Zeiten des Ersten und Zweiten Weltkriegs im Sortiment hatten. 1943 wurde unser Geschäft im Krieg komplett zerstört und dann wiederaufgebaut. Die Bilder aus dieser Zeit hängen noch jetzt im Laden. 

Sollte ich mal in den Ruhestand gehen, würde ich mir wünschen, dass das Geschäft in der Familie bleibt. Wenn es nicht meine eigenen Kinder sind, vielleicht die meines Bruders oder Cousins. 

Für die Zukunft habe ich vor allem im Marketing Ideen. Auch optisch würde ich das Geschäft gern weiter verändern. Eine Hausmesse gibt es mittlerweile schon. All diese Schritte will ich unbedingt mit meinem Vater gemeinsam gehen. Ich möchte, dass er sieht, wie sich die Dinge positiv verändern. Er lässt mir Freiraum dabei. So viel, dass ich manchmal denke, dass er auch mal mehr sagen könnte. Das ist nicht immer einfach – aber daran wachse ich auch."

Kostümverleiher: "Mein Sohn will das Geschäft nicht übernehmen"

Thomas Kerber, 60, leitet das Theaterkostümhaus Wagner in Stuttgart-Untertürkheim.

Thomas Kerber, 60, leitet das Theaterkostümhaus Wagner in Stuttgart-Untertürkheim.

Foto: privat

"Ein genaues Gründungsdatum unserer Firma gibt es nicht, es muss so um das Jahr 1906 herum gewesen sein. Ich weiß gar nicht, ob meine Urgroßmutter gelernte Schneiderin war; wahrscheinlich war sie einfach eine talentierte Hausfrau, die gern Faschingskostüme genäht hat. Mit den Jahren wurde dann ein Geschäft daraus, und vom Verkauf zum Verleih war es nur noch ein kleiner Schritt, denn Kostüme will man ja in der Regel nur einmal anziehen.

Wir haben in unserem Lager mehr als 2000 Paar historische Schuhe, Tausende Perücken, Kleider, Umhänge, Masken. Von Barbarossa bis Darth Vader ist alles dabei. Unser Sortiment ist wie das eines Autohändlers: Es gibt den Fiat unter den Kostümen, zum Beispiel eine Verkleidung als Mickey Maus oder Nikolaus, und es gibt den Porsche, das wäre dann ein König aus dem Barock mit Krone und Schwert. Und die meisten Sachen haben schon meine Eltern und meine Großeltern in den Händen gehabt, das bedeutet mir viel, da steckt so viel Herzblut drin.

Mein ganzes Leben dreht sich um das Geschäft; ich hatte nie Ambitionen, etwas anderes zu machen. Ich habe mit 16 eine Ausbildung zum Herrenschneider gemacht, schon damals mit dem Ziel, hier einzusteigen. Mit drei Generationen, von denen zwei auch noch in einem Haus wohnen, zusammen in einem Betrieb zu arbeiten, war nicht ganz leicht. Ich habe mich da anfangs sehr zurückgehalten, zugeschaut und gelernt. In ein Geschäft wie unseres muss man langsam reinwachsen.

Mein ganzes Leben dreht sich um das Geschäft; ich hatte nie Ambitionen, etwas anderes zu machen

Meine Frau ist auch Schneiderin, seit mehr als drei Jahrzehnten arbeiten wir Tag für Tag zusammen. Unser Sohn ist genau wie ich mit dem Kostümverleih aufgewachsen, aber er ist Friseurmeister und will das Geschäft nicht übernehmen. Für mich ist das völlig in Ordnung, es ist sein Leben und er muss seinen Weg gehen. Ich schaue auch nicht nach einem Nachfolger, ich lasse das einfach auf mich zukommen.

Faschingskostüme sind schon lange nicht mehr unser Hauptgeschäft, viel wichtiger für uns sind Großveranstaltungen. Wenn eine Stadt zum Beispiel ihr 800-jähriges Bestehen feiern will, statten wir alle Teilnehmer des Festumzugs mit Kostümen aus der Gründungszeit aus. Wir decken sämtliche Epochen der europäischen Geschichte ab, von der Steinzeit bis heute. Auch für den Wiener Opernball oder das Pferderennen in Ascot haben wir schon Leute ausgestattet. Die Corona-Pandemie trifft uns deshalb besonders hart: Wir haben keine Einnahmen mehr, aber mit vier Mitarbeitern und dem riesigen Lager hohe laufende Kosten.

Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen wird, aber ich bin niemand, der tatenlos herumsitzen kann, deshalb nähen wir jetzt seit Wochen Masken. Die sind hochwertig, sehen gut aus, können gewaschen werden - das ist ja quasi unser Kerngeschäft.

Leider habe ich das Gefühl, dass Qualität und Wertarbeit immer weniger geschätzt wird. Da werden lieber Sachen aus China bestellt, einmal angezogen und weggeworfen. Das finde ich sehr schade. Bei mir richten sich die Preise grundsätzlich nach der Art der Benutzung.

Wenn jemand zu mir kommt und sagt: Ich brauche das Kostüm nur für ein paar Stunden, ich will darin nur ein Geschenk überreichen oder ich brauche kein Vollkostüm, sondern nur einen Umhang, dann zahlt er auch entsprechend weniger. Ich persönlich habe einen Faible für den Frack. Wenn man einen anzieht, nimmt man automatisch Haltung an. Kleider machen Leute, das stimmt wirklich, und das finde ich noch immer faszinierend."

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