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24. September 2015, 09:08 Uhr

Marathon, Karate, kein Kaffee

So halten sich Top-Manager fit

Von Milena Menzemer

Sie wollen eine gute Figur machen - oder etwas für sich selbst tun. Aber welche Sportarten wählen Manager wie Bahn-Chef Grube oder Facebook-Gründer Zuckerberg? Und was verrät das über sie?

Sag mir, welchen Sport du machst, und ich sag dir, wer du bist. Oder anders herum. Viele Chefs laufen, golfen oder gehen ins Fitnessstudio. "Sie machen vor allem Einzelsport", sagt Bewegungstrainer Thomas Frankenbach. "Sie sind es ja gewohnt, Aufgaben selbst anzugehen und sich nicht auf ein Team zu verlassen." Der Gesundheitswissenschaftler hat das Buch "Warum Läufer beharrlich sind und Surfer das Leben genießen" geschrieben.

Er unterteilt Sportler in zwei Kategorien. Surfer zum Beispiel seien Fun-Sportler, sagt er. "Sie nutzen zur Fortbewegung die Kraft der Elemente." Anders als Läufer: Die bewegten sich aus eigener Kraft, und das sei Arbeitssport. Dafür brauche man Durchhaltevermögen und eigenen Antrieb. Wie für einen Führungsjob. "Manager sind meist Arbeitssportler", so der Autor.

Es gibt Parallelen zwischen Wirtschaft und Sport. Oft bewegen sich die Chefs, weil sie einen Ausgleich suchen - dabei ist im Training ganz ähnliches gefragt wie im Job: Sie müssen sich Ziele stecken, ihren Schweinehund überwinden und hartnäckig sein. Dann werden Ausdauersportarten zur Fortsetzung der Arbeit mit anderen Mittel.

Viele Menschen übertragen laut Frankenbach ihre Lebensprinzipien auf den Sport. Höher, schneller, weiter - das Motto gilt Managern also auch beim Training. Sie könnten nicht einfach vor sich hin joggen. "Führungskräfte trainieren dann direkt für den nächsten Halbmarathon", so Frankenbach. "Sie müssen aufpassen, dass sie es mit dem Ausgleich zum Job nicht übertreiben."

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