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Unternehmensranking: Die Top 5 und Flop 5

Foto: KWS/ Sascha Voges

Ranking der größten deutschen Unternehmen In diesen Unternehmen gibt es fast (keine) Geschlechtergerechtigkeit

Noch 40 Jahre bis zur Gleichstellung: Der Frauenanteil in deutschen Führungsetagen ändert sich nur sehr langsam. Doch die Unterschiede unter den börsennotierten Unternehmen sind groß, wie die Tops und Flops zeigen.

In den Führungsgremien von deutschen Unternehmen haben vor allem Männer das Sagen - immer noch: Nur jedes 14. Vorstandsmitglied ist weiblich. Das geht aus einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) und der Technischen Universität München  hervor.

Die Macherinnen haben für die Studie unter den hundert nach Börsenwert größten Unternehmen zudem untersucht, wie viele Frauen in den Aufsichtsräten sitzen. Hier ist der Anteil deutlich höher, jeder dritte Platz ist mittlerweile von einer Frau besetzt. "Die Frauenquote in Aufsichtsräten zeigt Wirkung", sagt Studienautorin Nicole Voigt.

Zwar sind die Werte etwas höher als im Vorjahr, der Anteil der Frauen in Führungspositionen verbessere sich aber nur langsam, sagt Rocío Lorenzo, eine der Autorinnen von BCG. "Bei gleichbleibender Geschwindigkeit dauert es noch beinahe neun Jahre bis zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis in deutschen Aufsichtsräten, in Vorständen sogar vier Jahrzehnte."

Zu ähnlichen Ergebnissen ist zuletzt die AllBright-Stiftung gekommen. Demnach haben Deutsche Dax-Unternehmen so wenige weibliche Vorstände wie kaum ein anderes Industrieland.

In der aktuellen Studie wurden zudem die Gehälter der Aufsichtsräte und Vorstandsvorsitzenden erhoben und mit denen der weiblichen Mitglieder verglichen. Auch hier zeigt sich ein Ungleichgewicht. In beiden Gremien erhalten Frauen nur rund 80 Prozent des Männergehalts.

Anhand der Ergebnisse der vier Werte - Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat sowie der jeweiligen Bezahlung - haben die Studienautorinnen die untersuchten Unternehmen in eine Rangliste gebracht.

Je höher der Wert, den ein Unternehmen erhält, umso geringer ist der jeweilige Unterschied zwischen den Geschlechtern. 100 Punkte besagen demnach, dass Gleichberechtigung erreicht ist. Null Punkte gibt es hingegen, wenn Vorstand und Aufsichtsrat nur von einem Geschlecht besetzt sind.

"Einige Unternehmen verzeichnen große Fortschritte, wenn es um die Vielfalt in Vorständen und Aufsichtsräten geht", sagt Mitautorin Rocío Lorenzo - die volle Punktzahl erreicht aber keines der untersuchten Unternehmen. Auch ist die Ranking-Spitze dünn: Nur acht von 100 Unternehmen erreichen mehr als 70 Punkte.

Die Tabelle wird vom Kreditinstitut Aareal Bank mit 80 Punkten angeführt, gefolgt vom Mobilfunkanbieter Telefónica und dem Finanzdienstleister Grenke. Sie sind jeweils nicht im Deutschen Aktienindex vertreten. Erst auf Platz vier findet sich mit dem Konsumgüterhersteller Henkel ein DAX-Konzern.

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Unternehmensranking: Die Top 5 und Flop 5

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Am Tabellenende stehen mit jeweils null Punkten die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen AG, der Lieferdienst Delivery Hero AG, die Softwareingenieure von Nemetschek SE sowie der Internetprovider United Internet AG.

Die Schlusslichter zeigen, dass Geschlechtergerechtigkeit nichts mit dem Alter des Unternehmens zu tun hat, schreiben die Autorinnen: "Die Behauptung, dass gerade junge Unternehmen in Sachen Diversität besonders aufgeschlossen und fortschrittlich sind, lässt sich nicht verifizieren."

sun
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