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Frauenfreundliche Konzerne Henkel ist Schröders Liebling

Kristina Schröder erhöht den öffentlichen Druck auf deutsche Konzerne: Das Familienministerium zeigt in einem Ranking, welche Dax-Unternehmen am frauenfreundlichsten sind. Henkel schneidet dabei am besten ab - Schlusslicht ist ein Medizinkonzern.
Allein unter Männern: Familienministerin Kristina Schröder im Kollegenkreis

Allein unter Männern: Familienministerin Kristina Schröder im Kollegenkreis

Foto: dapd

Der Chemiekonzern Henkel ist unter den 30 größten börsennotierten Konzernen der frauenfreundlichste Deutschlands. Das geht aus dem Frauen-Karriere-Index (FKi) hervor, den Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vorgestellt hat.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Bayer AG und der BMW-Konzern. Die Deutsche Telekom, die sich als erstes deutsches Unternehmen selbst eine Frauenquote verordnet hatte, landet auf Platz fünf. Schlusslicht unter den 30 größten börsennotierten Unternehmen ist der Medizinkonzern Fresenius. Auch der Finanzkonzern Münchener Rück sowie die Lufthansa und die Commerzbank stehen auf den hinteren Listenplätzen.

Der Index misst Ambition, Dynamik und Leistung der Unternehmen. Grundlage sind die Angaben der Konzerne im Statusbericht "Frauen in Führungspositionen". Darin geben die Unternehmen ihren Frauenanteil bei Belegschaft und Führungspositionen an. Auch die für 2015 geplante Frauenquote in Führungspositionen machen sie dort öffentlich.

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Übersicht: Die Ergebnisse des Frauen-Karriere-Index' im Detail

Anders als die EU-Kommission, die eine gesetzliche Quote für Führungspositionen in Aufsichtsräten plant, will Schröder öffentlichen Druck auf die Konzerne ausüben: "Um die unterschiedlichen Unternehmen zu vergleichen, braucht es einen fairen Beurteilungsmaßstab", schreibt die CDU-Politikerin auf der FKi-Webseite. "Deshalb hat das Bundesfamilienministerium von einem Team aus Wissenschaftlern einen unabhängigen und objektiven Frauen-Karriere-Index entwickeln lassen, der Klarheit darüber schafft, wo Frauen faire Chancen haben und wo nicht." Die Teilnahme an der Erhebung steht nicht nur Dax-Unternehmen offen: "Die Teilnahme am FKi bieten wir jedem interessierten Unternehmen in Deutschland an."

Am Mittwoch hatte KarriereSPIEGEL-Kolumnist Christof Kleinmann ebenfalls eine Rangliste veröffentlicht, die die Karrierechancen von Frauen in den großen Dax-Konzernen aufzeigt. Kleinmanns Berechnungen basierten ebenfalls auf Zahlen aus dem Familienministerium, in dessen eigener Auswertung wird aber eine Reihe von zusätzlichen Aspekten berücksichtigt.

ant/dapd
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