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20. Oktober 2014, 06:56 Uhr

Frauen in Führungspositonen

Hälfte der Firmen könnte Quote problemlos einführen

30 Prozent der Führungspositionen für Frauen? Kein Problem, sagt knapp die Hälfte der Arbeitgeber. Allerdings tun sich große Unternehmen mit der Quote schwer.

Schadet die Frauenquote der deutschen Wirtschaft? Zumindest CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt scheint da Bedenken zu haben. Sie zog den Plan aus dem Koalitionsvertrag, bis 2016 eine verbindliche Quote für Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften einzuführen, in Zweifel.

Über Nutzen und Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft streiten nun die Politiker. Abgesehen davon stellt sich die Frage, ob die Unternehmen die vermeintliche Hilfestellung aus den Unionsparteien überhaupt wollen. Hinweise darauf gibt eine Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), die KarriereSPIEGEL exklusiv vorliegt.

Das Ifo fragte, ob die Unternehmen "Hemmnisse für das Erzielen einer Frauenquote im höheren Management von 30 Prozent sehen". Mit "Ja" antworteten darauf 46 Prozent, dagegen sahen 48 Prozent keine größeren Probleme. Sechs Prozent machten keine Angaben.

Befragt hat das Ifo-Institut gut tausend Personalverantwortliche in der deutschen Wirtschaft, bei kleineren Unternehmen kann das der Geschäftsführer sein, bei größeren ein Personalleiter oder -vorstand. Viele von ihnen kommentierten, dass die Quote in ihrer Firma ohnehin bereits ganz oder fast erfüllt sei.

"Kaum Frauen in der Branche"

Offenbar tun sich kleine Unternehmen mit der Quote leichter. Nur 36 Prozent der Betriebe mit weniger als fünfzig Mitarbeitern erwarteten Hemmnisse bei der Einführung der Quote, in der Größenklasse mit mehr als 500 Beschäftigten waren es 63 Prozent.

Alle Personalleiter wurden außerdem gefragt, was die größte Schwierigkeit bei der Erfüllung der Quote sei. Dabei sagte ein Viertel, dass es in ihrer jeweiligen Branche nur wenige Frauen gebe. Im verarbeitenden Gewerbe glaubten das sogar 32 Prozent. Rund 14 Prozent aus allen Branchen sagten, es gebe keine geeigneten Bewerberinnen.

Die Umfrage fand im Rahmen des Ifo Randstad Flexindex statt, der einmal im Quartal erhoben wird. Damit wird gezeigt, wie stark in der Wirtschaft Instrumente zur Flexibilisierung der Arbeit verbreitet sind, etwa Überstunden, Arbeitszeitkonten oder Zeitarbeit. Eine Sonderfrage widmet sich immer einem aktuellen Thema.

In der Regierungskoalition geht der neu entfachte Streit um die Quote weiter. Die ungerechte Geschlechterverteilung in der Arbeitswelt zu verändern sei keine Belastung für die Wirtschaft, sagte Justizminister Heiko Maas (SPD). Und seine Kollegin vom Familienressort, Manuela Schwesig (SPD), führte als Gegenargument jüngere Forschungsergebnisse an: "Gemischte Teams sind sogar effektiver und die Unternehmen, die Wert auf Diversity legen, erfolgreicher."

mamk

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