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29. September 2017, 15:05 Uhr

Dax-Firmen

Weibliche Vorstände verdienen erstmals mehr als Männer

Frauen, die es in die Vorstände großer deutscher Unternehmen schaffen, bekommen im Schnitt erstmals mehr Geld als männliche Kollegen. Aufgeholt haben sie aber nur in Dax-Firmen - und die Spitzenposten bleiben ihnen verwehrt.

Frauen sind in den Vorständen deutscher Großkonzerne begehrt - und damit teuer. Im vergangenen Jahr verdienten weibliche Vorstandsmitglieder in den 30 Dax-Unternehmen im Schnitt erstmals mehr als ihre männlichen Kollegen, wie die Unternehmensberatung EY errechnet hat.

Für die 18 Frauen kommt EY in der am Freitag veröffentlichten Studie auf eine durchschnittliche Gesamtvergütung von je drei Millionen Euro, während sich die 125 Männer mit fünf Prozent weniger (2,86 Millionen Euro) begnügen müssen. 2015 lagen die Frauen noch knapp hinter den Männern.

Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden sind dabei ausgeklammert - bisher wird kein Dax-Konzern von einer Frau geführt. Die Vorsitzenden verdienten im vergangenen Jahr deutlich mehr als die anderen Vorstandsmitglieder, nämlich 5,4 Millionen Euro.

"In den Vorständen der Dax-Unternehmen ist zumindest bei der Vergütung die Gleichberechtigung erreicht", sagte EY-Partner und Vergütungsexperte Jens Massmann. Das liege an den verstärkten Bemühungen der Konzerne, Frauen für ihr oberstes Führungsgremium zu finden. Da geeignete Kandidatinnen knapp seien, steige ihr Marktwert und damit die Vergütung.

Nur jeder achte Dax-Vorstand ist eine Frau. 2013 war es erst jeder zehnte. Für die Studie wurden nur Vorstandsmitglieder berücksichtigt, die das komplette Geschäftsjahr im Vorstand vertreten waren. Etwa jedes dritte Dax-Unternehmen hat nach wie vor kein weibliches Mitglied.

In den kleineren Börsenindizes MDax, SDax und TecDax sind Frauen noch rarer. Allerdings stünden die Unternehmen dort auch nicht so stark unter öffentlichem Druck, weibliche Vorstände zu bestellen, sagte der EY-Experte. Bei diesen Firmen verdienten sie deshalb weniger als ihre männlichen Kollegen, im SDax und TecDax liegen sie im Schnitt sogar um mehr als ein Fünftel im Hintertreffen.

"In den anderen Indizes herrscht bei der Gleichstellung noch Nachholbedarf", sagte Massmann. "Insgesamt lässt sich die Entwicklung zu einer gleichberechtigten Vorstandsvergütung jedoch nicht aufhalten."

lov/Reuters

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