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Bundesweiter Vergleich So unterschiedlich verdienen Azubis

Sie lernen das Gleiche, bekommen dafür im Monat jedoch mehr als 200 Euro weniger: Tariflöhne von Auszubildenden unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Eine Studie zeigt, wie groß die Unterschiede sind.
Friseure verdienen in der Ausbildung besonders wenig

Friseure verdienen in der Ausbildung besonders wenig

Foto: Susann Prautsch/ dpa

In die Lehre zu starten, bedeutet für viele Auszubildende auch, ihr erstes eigenes Geld zu verdienen. Ausbildung ist dabei nicht gleich Ausbildung: Das Monatsgehalt fällt je nach Branche unterschiedlich aus. Und auch, in welcher Region man lebt und arbeitet, hat großen Einfluss darauf, wie viel am Ende des Monats auf dem Konto ist. Für die gleiche Tätigkeit bekommen Lehrlinge in manchen Teilen Deutschlands über 200 Euro mehr - pro Monat.

Die Straßenbauerin bekommt über 1000 Euro mehr als die Friseurin 

So verdienen Auszubildende im dritten Lehrjahr im Bauhauptgewerbe, also etwa angehende Straßenbauer, Maurer oder Zimmerer, im Westen 1475 Euro, während ein Lehrling im Osten nur 1190 Euro pro Monat bekommt - 285 Euro weniger. Das zeigt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, die kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres die Vergütung von 20 Tarifbranchen untersucht hat.  

Bundesweit einheitliche Tarifregelungen zu den Ausbildungsvergütungen gibt es nur in wenigen Bereichen, etwa bei Banken und Versicherungen, dem öffentlichen Dienst, der Druckindustrie oder dem Bäckerhandwerk. Andere Branchen weisen zum Teil beträchtliche regionale Unterschiede auf.

Zwar differieren auch die Lebenshaltungskosten - also die Ausgaben für Miete oder den Wocheneinkauf - in einzelnen Bundesländern; wie groß die Unterschiede jedoch genau sind, wird nicht amtlich erfasst. Schätzungen gehen davon aus, dass das Leben im Osten im Schnitt zehn bis 15 Prozent billiger ist als im Westen.

Manche Branchen unterbieten den Mindestlohn

Vergleicht man die Verdienstmöglichkeiten über alle Branchen hinweg, zeigen sich große Unterschiede. Während Friseur-Azubis im dritten Ausbildungsjahr in Thüringen 465 Euro verdienen, kommen Auszubildende im dritten Lehrjahr in der Pflege auf 1333 Euro. Im Bauhauptgewerbe ist der Unterschied mit 1475 Euro im dritten Ausbildungsjahr sogar noch größer.

Gute Verdienstmöglichkeiten, unabhängig von der Region, bieten sich zum Beispiel für Auszubildende in der Metall- und Elektroindustrie, im öffentlichen Dienst oder im Versicherungsgewerbe: Bereits im ersten Ausbildungsjahr verdienen Lehrlinge hier mehr als 1000 Euro im Monat. Gerade im öffentlichen Dienst habe man sich in den vergangenen Jahren um mehr Attraktivität der Stellen bemüht, heißt es von den WSI-Experten.

Auch Lehren bei Versicherungen, Banken, in der chemischen oder Metall- und Elektroindustrie gehören eher zu jenen mit höheren Vergütungen. Schlechter bezahlt wird weiterhin im Floristik- oder Friseurhandwerk, wo der Lohn regional teilweise sogar unter der für das erste Lehrjahr gesetzlich festgelegten Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im Monat liegt. Die Mehrzahl der Betriebe zahlt im ersten Ausbildungsjahr jedoch zwischen 700 und 900 Euro.

Manche Auszubildenden bekommen über die Jahre der Lehre nur 120 Euro mehr

Über die größte Gehaltssteigerung während der Lehre können sich Auszubildende im Bauhauptgewerbe freuen: Im Westen beginnen sie im ersten Ausbildungsjahr mit 850 Euro im Monat, im vierten Jahr ihrer Lehre bekommen sie mit 1580 Euro 730 Euro mehr. Auch im Osten steigt ihr Ausbildungsgehalt vom ersten Lehrjahr (765 Euro) bis zum vierten Lehrjahr (1270 Euro) um mehr als 500 Euro.

Im Vergleich dazu gibt es für Brandenburger Auszubildende in der Spedition und Logistik zwischen dem ersten und dritten Lehrjahr nur 120 Euro mehr Lohn pro Monat.

flg/dpa
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