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Gehaltsreport Was Betriebswirte verdienen

BWL ist das größte Massenfach seit Erfindung der Hochschule. Mit Erfolg ist zu rechnen, auch beim Einkommen - Betriebswirte bekommen das Doppelte des deutschen Durchschnittsverdieners und starten bereits mit einem Jahresgehalt von über 40.000 Euro.
Von Heike Friedrichsen
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Manager von morgen: Gehälter von Betriebswirten

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Absolventen der Betriebswirtschaft verstehen es zu rechnen und kennen sich aus mit Renditen. Darum wird es sie besonders freuen, dass ihr Studium sich in aller Regel lohnt - sie haben gute Berufsperspektiven, starten bereits mit sehr ordentlichen Gehältern und können schneller als junge Akademiker anderer Disziplinen Führungsjobs erreichen.

Das übliche Einstiegsgehalt von Betriebswirten liegt bei 40.700 Euro, wie Berechnungen der Vergütungsberatung PersonalMarkt zeigen. Mit über fünf Jahren Berufserfahrung erhalten sie mehr als 61.000 Euro brutto jährlich, etwa das Doppelte des deutschen Durchschnittsverdieners; Spitzenverdiener kommen auf knapp 80.000 Euro Jahresgehalt.

Die höchsten Einstiegsgehälter erzielen BWL-Absolventen bei Banken und in der Pharmaindustrie. Aber auch Unternehmen aus den Branchen Telekommunikation, Konsum- und Gebrauchsgüter sowie Finanzdienstleistungen zahlen überdurchschnittlich hohe Einstiegsgehälter.

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Neben klassischen "Gutverdienerbranchen" gibt es Berufsfelder, in denen die Einkommen erfahrungsgemäß deutlich niedriger liegen. Dazu gehören beispielsweise soziale Einrichtungen, Zeitarbeitsfirmen und Call-Center, aber auch Touristikunternehmen oder das Hotel- und Gaststättengewerbe. Grundsätzlich gilt: Wo es den Unternehmen gutgeht, lässt sich in aller Regel auch besser übers Gehalt verhandeln.

Der Start kann das Einkommen auf viele Jahre prägen

Eine wichtige Rolle beim Einstiegsgehalt spielt die Unternehmensgröße. Wer seinen ersten Arbeitsvertrag bei einem Konzern unterschreibt, kann sich im Schnitt über mehr Geld freuen als der Kommilitone, der in der gleichen Funktion beim Mittelständler antritt. Wenn das Gehaltsniveau tariflich festgelegt oder zwischen den Tarifvertragsparteien ausgehandelt ist, profitieren davon meist alle Mitarbeiter. Oft gewähren große Unternehmen ihren Mitarbeitern noch weitere Sozialleistungen oder Zuschüsse - beispielsweise Betriebsrenten, Zuschüsse zum Kantinenessen oder ein Jobticket. Mitunter sind aber auch kleinere Firmen bereit, sehr viel für gefragte Qualifikationen zu bezahlen. Sie reagieren oftmals schneller auf den Arbeitsmarkt als größere Betriebe.

Neben dem Gehalt selbst sind auch die Entwicklungsmöglichkeiten entscheidend: In Großunternehmen können sich Berufseinsteiger oft besser weiterentwickeln, kleinere Führungsaufgaben übernehmen oder ins Ausland gehen. Den Nachteil eines geringeren Verdienstes gleichen kleinere Unternehmen allerdings häufig aus durch mehr Eigenverantwortung, flachere Hierarchien und abwechslungsreichere Aufgaben.

Wer schon einmal für einen Job umgezogen ist, kennt die regionalen Schwankungen bei den Gehältern. Quer durch Deutschland ergeben sich für gleichartige Jobs enorme Unterschiede. Neben dem Ost-West-Gefälle gibt es auch das Nord-Süd-Gefälle; so liegt das Gehaltsniveau in Lübeck deutlich niedriger als das in München. Aber die Lebenshaltungskosten in großen Wirtschaftszentren wie München, Frankfurt, Stuttgart oder Hamburg sind deutlich höher als in anderen Städten. Bezogen auf Bundesländer liegen in Sachen Gehalt Baden-Württemberg, Hessen und Bayern auf den vorderen Plätzen, dagegen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ganz hinten.

Welches Einstiegsgehalt jemand bekommt, kann die Verdienstaussichten über viele Jahre prägen - weil jede prozentuale Gehaltssteigerung die absolute Differenz erhöht. Wer also bereits mit einem niedrigen Gehalt startet, wird es schwer haben, das später wieder aufzuholen. Das Einstiegsgehalt sollte aber auch nicht überbewertet werden. Es dient als Ausgangspunkt für die weitere Gehaltsentwicklung. Bei entsprechender Leistung sind Korrekturen nach oben immer möglich - mit guten Argumenten, einem Karrieresprung ins Management oder einem gut geplanten Jobwechsel.

Von Heike Friedrichsen, PersonalMarkt

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