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Job & Karriere

Geld verdienen im Internet "Das ist ja ein Vollzeitjob!"

Sie hatten beide einen Traum: Geld verdienen mit Blogs. Doch ihnen wurde schnell klar, dass Schreiben allein nicht reicht. Patrick Baumann hat das Bloggen aufgegeben, Daniel Beuing hofft auf seine erste Million.

Reisen, schreiben und damit überall auf der Welt Geld verdienen - das Leben könnte so schön sein. Oder? Der Traum vom schnellen Wohlstand im Netz treibt viele Menschen um. Diese zwei haben ihr Glück versucht.

  • Der Ex-Blogger: "80 Prozent der Arbeit ist Werbung"

Patrick Baumann, 36, reist noch um die Welt, bloggt aber nicht mehr

Patrick Baumann, 36, reist noch um die Welt, bloggt aber nicht mehr

Foto: Patrick Baumann

"Ich habe den Schritt zum digitalen Nomaden vor zwei Jahren gewagt: Ich habe meine Wohnung aufgegeben und alles verkauft. Ich hatte nur noch einen Rucksack und bin losgereist. Unterwegs habe ich einen Blog geschrieben, der war aber gar nicht strategisch angelegt. Ich bin selbstständiger Webdesigner und hatte immer noch andere Projekte nebenher laufen.

Irgendwann hatte ich tausend Leser im Monat, aber damit kann man nicht mehr als 100 bis 200 Euro Umsatz machen. Einen erfolgreichen Blog auf die Beine stellen, das ist ein Vollzeitjob! Wenn man es professionell machen möchte, darf man nicht nur schreiben. Man muss viel Akquise betreiben, andere Blogs lesen und kommentieren, Facebook betreuen. 80 Prozent der Arbeit an einem Blog ist Werbung: Man muss neue Leser gewinnen, in den Medien auf sich aufmerksam machen. Darauf hatte ich keine Lust. Deshalb habe ich heldenleben.com  einfach so auslaufen lassen.

Ich habe gelernt: Wenn man im Internet schnell Geld verdienen möchte, ist der eigene Blog nicht unbedingt die beste Lösung. Ich habe mich entschieden, dass ich mein Geld auf einem anderen Weg verdienen möchte. Jetzt betreue ich unter anderem einen Online-Shop für Billiard-Zubehör."

  • Der Nischen-Blogger: "Ich will eine Million Euro verdienen"

Daniel Beuing, 24, will im Internet nur das Gesicht seines Avatars zeigen

Daniel Beuing, 24, will im Internet nur das Gesicht seines Avatars zeigen

Foto: Danosch

"Ist es möglich, im Internet auf ehrliche Art Geld zu verdienen? Diese Frage treibt mich schon seit einigen Jahren um. Ich studiere Wirtschaft an der Uni Münster und hatte schon viele Nebenjobs. Zuletzt habe ich in einer Krankenhausküche gearbeitet. Den Job konnte ich jetzt an den Nagel hängen.

Ich habe 20 sogenannte Nischenseiten ins Leben gerufen. Auf einer geht es darum, wie man unterwegs den Handyakku aufladen kann, eine andere beschäftigt sich nur mit 55-Zoll-Fernsehern und gerade baue ich einen Blog für Eismaschinen auf: Welche lohnt sich? Was muss man beachten?

Ein klares Erfolgsrezept gibt es nicht: Man muss experimentieren, nur so lernt man, was läuft. Mein Ziel ist es, eine Million Euro im Internet zu verdienen. Auch über den Weg dorthin berichte ich auf einem Blog . Der wird momentan von rund hundert Leuten pro Tag gelesen. Sie interessieren sich vor allem für Empfehlungsmarketing und dafür, wie man mit einer sehr spezialisierten Webseite im Internet ein passives Einkommen generieren kann.

Insgesamt verdiene ich momentan 1000 Euro pro Monat, vor allem mit Provisionen. Ich empfehle zum Beispiel Fernseher, Computerspiele, Laufwerke oder Handyakkus. Insgesamt arbeite ich neben meinem Studium rund 20 Stunden pro Woche an meinen Webseiten. Ich bin mir sicher: Geld im Internet zu verdienen, ist keine Magie, aber ohne gute Ideen und harte Arbeit klappt es nicht."