In Kooperation mit

Job & Karriere

Ungleiche Bezahlung Frauen holen beim Verdienst auf - aber sehr langsam

Frauen verdienen weniger als Männer. Doch die Lücke schrumpft, wenn auch sehr langsam. Neue Zahlen zeigen: Für denselben Job bekommen Mitarbeiterinnen noch sechs Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen.
Am 18. März ist Equal Pay Day, ein Aktionstag für die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen (Archivbild)

Am 18. März ist Equal Pay Day, ein Aktionstag für die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen (Archivbild)

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Im vergangenen Jahr verdienten Frauen im Schnitt 16 Euro und 30 Cents brutto in der Stunde - und damit 21 Prozent weniger als Männer, die 20 Euro und 70 Cents bekamen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Fast drei Viertel des sogenannten Gender Pay Gaps lassen sich auf "strukturelle Unterschiede" zurückführen, melden die Statistiker . Das heißt: Frauen arbeiten in Branchen und Berufen, die per se schlechter bezahlt sind. Sie arbeiten zudem seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.

Vergleicht man hingegen Frauen und Männer, die gleichermaßen qualifiziert sind und einer vergleichbaren Tätigkeit nachgehen, schrumpft die Lohnlücke auf sechs Prozent.

Dieser Wert bezieht sich auf das Jahr 2014, neuere Daten zum bereinigten Gender Pay Gap gibt es nicht. Denn diese Berechnung basiert auf der Verdienststrukturerhebung, für die die Statistiker nur alle vier Jahre detaillierte Daten etwa zu Geschlecht, Schul- und Hochschulabschluss, Leistungsgruppe und Urlaubsanspruch von Beschäftigten erfassen.

Im Jahr 2010 lag die Lohnlücke noch bei sieben Prozent, im Jahr 2006 bei acht Prozent. Möglicherweise wäre der bereinigte Gender Pay Gap diesmal noch geringer ausgefallen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Doch zu manchen Faktoren wie Elternzeit und Babypause hätten keine Informationen vorgelegen.

Beim unbereinigten Gender Pay Gap hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenig getan: Er lag im vergangenen Jahr bei 21 Prozent, also immer noch fast genauso hoch wie 2010 (22 Prozent) und 2006 (23 Prozent). Er ist ebenfalls häufig ein Zeichen der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, die durch schlechtere Zugangschancen zu bestimmten Berufen oder Karrierestufen entsteht.

Mit der gesetzlichen Frauenquote versucht die Regierung, hier seit einigen Jahren gegenzusteuern.

lov
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Anmelden oder Konto erstellen
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten