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Gesprächsführung im Büro So kontern Sie Killerphrasen

"Sie haben ja keine Ahnung", "Das wird sich nicht durchsetzen": Wer mit solchen Killerphrasen im Büro zu tun hat, kennt deren zersetzende Kraft. Hier sind vier Methoden des Gegenangriffs.
Von Anja Rassek

Eine Killerphrase ist eine Kriegserklärung unter Kollegen, ein direkter Angriff auf den Gesprächspartner. Sie hat keinerlei inhaltlichen Bezug. Sie ist ein rhetorischer Kniff, der häufig einzig und allein auf die Person abzielt. Besonders Frauen gegenüber geht es auch gern mal unter die Gürtellinie.

Das Ziel von Killerphrasen ist, den "Gegner" mundtot zu machen. So wird eine Diskussion behindert, das Gegenüber aus dem Konzept gebracht oder schlimmstenfalls sogar lächerlich gemacht. Besonders in Meetings ist ihr Gebrauch fatal, weil dadurch kreative Ideen direkt blockiert werden.

Häufig wirkt sich das nicht nur auf den jeweiligen Adressaten aus, sondern hemmt auch die anderen Teilnehmer. Je nach Art der Killerphrase kann die Wirkung extrem nachhaltig sein: Gerade sensiblere Menschen reagieren oft empfindlich auf destruktive Kritik wie etwa "Haben Sie überhaupt einen Hochschulabschluss?" oder "Sie sind so weltfremd". In nachfolgenden Meetings bleiben sie oft zurückhaltend.

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Zitate: 50 Beispiele für Killerphrasen

Das hat auch der Management-Theoretiker Charles Clark erkannt, auf den der Begriff Killerphrase wohl zurückgeht. Wann immer in seinen Brainstormings ein entsprechender Satz fiel, läutete er eine Glocke.

Doch auch ohne Glocke lassen sich Killerphrasen abwehren. Das ist zwar nicht ganz einfach, lässt sich aber lernen. Dafür ist es zunächst ganz gut, die Absicht der Killerphrase zu erkennen.

Wenn man sich über die Unterschiede der verschiedenen Killerphrasen, wie sie die Autorin und Trainerin Meike Müller definiert hat, klar geworden ist, fällt es leichter Besserwisser, Bedenkenträger oder Angreifer zu durchschauen. In der jeweiligen Situation hat nicht jeder immer gleich die passende Erwiderung parat. Daher lieber vorab gewappnet sein.

Vier Methoden, die Sie üben können:

  • Fragen
    Bitten Sie den Gegner zu konkretisieren: Indem Sie mit einer Gegenfrage antworten, locken Sie ihn aus der Reserve. Nun muss er im Einzelnen darlegen, was genau beispielsweise nicht funktioniert:
    Beispiel: Das klappt doch nie.
    Antwort: Was genau spricht dagegen? Wo sehen Sie Schwierigkeiten? Was wäre realistisch?
  • Sachebene
    Sie können die Killerphrase auch als das entlarven, was sie ist und den Angreifer direkt damit konfrontieren. Das empfiehlt sich je nach Härtegrad der Killerphrase.
    Beispiel: Typisch Mann / Frau / Ossi / Wessi...
    Antwort: Was soll mein Geschlecht / meine Herkunft damit zu tun haben? Hier handelt es sich offensichtlich um ein Totschlagargument. Ich schlage vor, dass wir uns wieder dem Thema zuwenden.
  • Gegenangriff
    Diese Methode empfiehlt sich vermutlich eher für die Geübteren oder Hartgesotteneren. Der Vorteil ist, dass Sie zeigen, dass Sie sich nicht einschüchtern lassen. Der Nachteil ist, dass Sie sich auf die gleiche Stufe mit Ihrem Gegenüber stellen. Heikel ist diese Methode, wenn es sich dabei um Ihren Chef handelt - sie ist daher nur bedingt zu empfehlen.
    Beispiel: Das ist doch alles graue Theorie.
    Antwort: Dass Sie als Pragmatiker die Dinge etwas anders sehen, glaube ich gerne. Aber was in der Theorie richtig ist, ist es auch in der Praxis, andernfalls ist die Theorie falsch. Soll ich Ihnen meine Ausführungen noch einmal erklären?
  • Falschinterpretation
    Sie interpretieren absichtlich die Aussage Ihres Gegenübers falsch und widerlegen Sie anschließend.
    Beispiel: Das funktioniert sowieso nie.
    Antwort: Da haben Sie absolut recht, so funktioniert das nicht. Ich habe mir daher gedacht, dass wir es so machen...

Manche Experten empfehlen auch, Killerphrasen zu ignorieren und einfach im Text weiterzumachen oder auf das Ende der Präsentation zu verweisen. Allerdings gibt es Menschen, die sich durch Schweigen nicht beeindrucken lassen oder es sogar als Schwäche auslegen. Bei denen hilft nur: Die Fronten klären.

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