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Investmentbank stellt sich diverser auf Frauen und andere Minderheiten

Goldman Sachs galt lange als Herrenclub mit entsprechender Mentalität. Fast die Hälfte der 60 jetzt neu ernannten Spitzenkräfte hat nun einen »diversen Hintergrund« – aber nur wenige sind Frauen.
Die Bronzeskulptur des »Fearless Girl« steht mittlerweile an einer anderen Stelle der Wall Street, aber das Frauenproblem der Banken ist nicht verschwunden

Die Bronzeskulptur des »Fearless Girl« steht mittlerweile an einer anderen Stelle der Wall Street, aber das Frauenproblem der Banken ist nicht verschwunden

Foto: Mark Lennihan/ AP

Anderthalb Jahre lang stellte sich an der Wall Street, im Herzen der Finanzwelt, ein Mädchen aus Bronze dem geballten Testosteron der Stierskulptur entgegen, die am Börsenmarkt die Hausse symbolisiert. In den Banken selbst blieben die Herren oft genug unter sich – und auch der Bulle steht seit zwei Jahren wieder allein da, das »Fearless Girl« der Künstlerin Kristen Visbal zog an einen anderen Standort vor der New Yorker Börse um.

Die Kritik an der Boys-Club-Mentalität der großen Finanzinstitute wie Goldman Sachs aber blieb – im exklusiven Führungszirkel der Partner an der Spitze der Bank gab es kaum Frauen.

Nun hat die Investmentbank Imagekorrektur betrieben: Wie unter anderen die »Financial Times«  meldete, hat mehr als die Hälfte der neuen Partner, die die Bank traditionell alle zwei Jahre beruft, einen »diversen Hintergrund.«  

Chef David Solomon , der die Bank insgesamt in einem groß angelegten Projekt breiteren (Kunden-)Kreisen öffne n will, hat in diesem Jahr allerdings so wenige Partner berufen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr: 60 sind es insgesamt, in der vorigen Runde 2018 waren es noch 69 und in den Jahren davor regelmäßig um die 100.

Männer müssen allerdings immer noch nicht fürchten, abgehängt zu werden: Zwar liegt der Anteil weißer Männer bei den Neuen auf einem Rekord-Niedrigwert, aber mit 32 Berufungen immer noch bei mehr als der Hälfte. Mittlerweile hat die Bank mit ihren rund 38.000 Mitarbeitern rund 440 Partner. Diese kommen in den Genuss eines Grundgehalts von 950.000 US-Dollar und von exklusiven Beteiligungen in die privaten Investmentfonds der Bank. 16 der Neuen sind Frauen, vier neue Partner sind Schwarze, drei haben ein hispanischen und zehn einen asiatischen Hintergrund.

mh