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Unbezahlte Überstunden Leiharbeiter verklagen Google

Google gilt als großzügiger Arbeitgeber. Doch den Leiharbeitern des Konzerns geht es weniger gut. Jetzt hat eine Frau geklagt - im Namen aller Betroffenen. Sie wollen Geld für massenhaft Überstunden.
Google-Zentrale in Kalifornien: Nicht alle, die für den Konzern arbeiten, tun das zu guten Konditionen

Google-Zentrale in Kalifornien: Nicht alle, die für den Konzern arbeiten, tun das zu guten Konditionen

Foto: Corbis

Kegelbahn und Autowaschanlage, Pediküre und Massage: Google ist dafür bekannt, seine Mitarbeiter zu verwöhnen. Doch nicht jeder, der für Google arbeitet, ist auch bei Google angestellt. Der Konzern beschäftigt zahlreiche Leiharbeiter - zu offenbar weniger rosigen Konditionen.

Eine Recruiterin hat jetzt im Namen aller Google-Leiharbeiter eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie und ihre Kollegen hätten jeden Tag zwölf Stunden arbeiten müssen, manchmal auch am Wochenende, seien aber nur für 40 Stunden bezahlt worden, sagte Tymuoi Ha dem US-Portal "Fast Company".

"Google ist das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, und wir wollen erreichen, dass es seine Mitarbeiter so bezahlt, wie es das Gesetz vorsieht", heißt es in einer Stellungnahme ihres Anwalts David Sanford. Der Sammelklage kann sich jeder anschließen, der nach dem 27. Januar 2012 in Kalifornien ohne Google-Vertrag für den Konzern gearbeitet hat.

Nach Beschwerde gekündigt

Ha war bei der Firma Urpan Technologies angestellt, ihr direkter Vorgesetzter war aber ein Google-Mitarbeiter. Im Januar 2014 habe sie sich bei ihm über die unbezahlten Überstunden beschwert, so Han. Wenig später habe sie der Chef der Abteilung angerufen: Ihre Beschwerde sei unangemessen und sie müsse sich bei ihrem Teamleiter entschuldigen. Aus Angst, den Job zu verlieren, habe sie dies dann gemacht, sagt Han. Eine Woche später habe man ihr gekündigt.

Laut ihrem Anwalt werden Google-Leiharbeiter systematisch ausgenutzt: Die Zielvorgaben würden so gesetzt, dass sie ohne Überstunden gar nicht zu erfüllen seien. Und als Kompensation gebe es nur die vage Hoffnung auf einen festen Vertrag.

Es ist nicht das erste Mal, dass Google von einem Leiharbeiter verklagt wird. 2014 hatte bereits ein New Yorker Klage eingereicht: Er wurde als Freiberufler für 30 Stunden pro Woche bezahlt, arbeitete aber wie ein Festangestellter im Google-Büro - und zwar mehr als 40 Stunden pro Woche. Als er einen neuen Arbeitsvertrag haben wollte, beendete Google die Zusammenarbeit. Dieser Streit ist mittlerweile beigelegt: Vor einigen Monaten gab es einen außergerichtlichen Vergleich.

vet
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