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Lohnungerechtigkeit Bei Ryanair verdienen Männer 67 Prozent mehr als Frauen

Unternehmen in Großbritannien müssen seit Kurzem offenlegen, wie viel Gehalt sie Frauen und Männern zahlen. In der Flugbranche klaffen die Summen besonders weit auseinander.
Flugzeug von Ryanair

Flugzeug von Ryanair

Foto: Gleb Garanich/ REUTERS

In kaum einem Unternehmen in Großbritannien ist der Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen so groß wie bei Ryanair. Laut der irischen Billigfluglinie beträgt der Gender-Pay-Gap bei den britischen Angestellten 67 Prozent - so viel wie bei keiner anderen Fluglinie. Bei EasyJet liegt die Differenz bei fast 52 Prozent, bei British Airways bei 35 Prozent.

Die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen hatte in der Vergangenheit für Diskussionen in Großbritannien gesorgt. Deshalb müssen nun Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern entsprechende Daten veröffentlichen - bis spätestens Ende April.

Dass Frauen gerade in der Flugbranche deutlich weniger verdienen, liegt vor allem daran, dass noch immer vor allem Männern die gut bezahlten Pilotenjobs ausüben. Laut Ryanair gibt es unter den mehr als 550 Piloten aus Großbritannien nur acht Frauen. Die weiblichen Angestellten arbeiten dort überwiegend in schlecht bezahlten Jobs.

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Die Politik hat einiges getan, um Frauen bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu verschaffen. Hat's geholfen? Der Stand auf einen Blick - in der Infografik. 

"In den letzten Jahren hat sich die Zahl der weiblichen Piloten bei Ryanair erhöht, und wir sind entschlossen, diesen erfreulichen Trend weiterzuentwickeln", versichert die Fluggesellschaft auf ihrer Homepage.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen betreffen ausschließlich das in Großbritannien angestellte Personal der Fluglinie - etwa zehn Prozent der gesamten Belegschaft. Das Management und die Verwaltung sitzen vor allem in Irland.

Auch andere europäische Staaten haben auf die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen reagiert. In Deutschland gibt es seit Jahresbeginn das Entgelttransparenzgesetz, das jedoch bereits heftig kritisiert wird. Warum, lesen Sie hier.

In Frankreich sollen Firmen in den nächsten drei Jahren Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ausgleichen. Sonst droht eine Geldstrafe. In Island schreibt seit Anfang des Jahres ein Gesetz gleiches Gehalt für gleichwertige Tätigkeiten vor.

koe/Reuters
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