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Startgeld vom Staat Die wichtigsten Fördermöglichkeiten

Der Staat greift Jungunternehmern auf vielfältige Weise unter die Arme. Die meisten Förderprogramme stehen Einzelpersonen sowie kleinen und mittleren Unternehmen offen. Ein Überblick.
Von Eva-Maria Hommel
Wer hat, der kann: Finanzielle Förderung gibt es in Deutschland zuhauf

Wer hat, der kann: Finanzielle Förderung gibt es in Deutschland zuhauf

Foto: Corbis

Hamburg - Zu den kleinen und mittleren Unternehmen zählen nach EU-Definition alle, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und deren Jahresumsatz maximal 50 Millionen Euro beziehungsweise deren Jahresbilanz höchstens 43 Millionen Euro beträgt.

Die meisten Hilfen müssen vor der Unternehmensgründung beantragt werden. Und für alle gilt: Beratung und ein durchdachter Businessplan sind das A und O.

ERP-Gründerkredit-Startgeld der KfW

Das Standardprogramm für Kleingründer. Bis zu 100.000 Euro vergibt die Förderbank; eine Untergrenze gibt es nicht. Die Vorteile: Relativ niedrige und festgeschriebene Zinsen bei einer Laufzeit von fünf oder zehn Jahren, tilgungsfreie Anlaufzeit. Die Hausbank entscheidet. Damit sie sich leichter überzeugen lässt, übernimmt die KfW 80 Prozent der Haftung, falls der Kreditnehmer nicht zurückzahlen kann.

http://www.kfw.de/kfw_/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/ERP-Gruenderkredit-StartGeld/ 

ERP-Gründerkredit-Universell der KfW

Der große Bruder des Startgelds. Er umfasst bis zu 10 Millionen Euro bei einer langen Laufzeit; die niedrigen Zinsen bleiben bis zu zehn Jahre lang fest und es gibt eine tilgungsfreie Anlaufzeit. Im Unterschied zum Startgeld muss die Hausbank das Haftungsrisiko alleine tragen.

http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/ERP-Gruenderkredit-Universell/index.jsp 

ERP-Regionalförderprogramm der KfW

Mit besonders niedrigen Zinsen fördert die KfW Investitionen in strukturschwachen Regionen. Die Darlehen laufen bis zu 20 Jahre lang mit bis zu fünf tilgungsfreien Anlaufjahren.

http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/ERP-Regionalfoerderprogramm/index.jsp 

Mikrokredite, Gründungszuschuss und Bürgschaftsbanken

Mikrokredite

Kleingründer werden von ihrer Bank oft weggeschickt, weil sich kleine Darlehen für die Geldhäuser kaum lohnen. Den Mikrokredit bekommen die Gründungswilligen von einem Mikrofinanzinstitut. Diese spezialisierten Finanzierer arbeiten mit der GLS-Bank (Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) zusammen. Sie vergeben bis zu 25.000 Euro. Dafür verlangen sie deutlich höhere Zinsen als die KfW, betreuen aber ihre Kunden auch intensiv. Wenn jemand nicht zahlen kann, springt der Mikrokreditfonds Deutschland ein, der mit Mitteln von EU und Bund gefüllt ist.

www.mein-mikrokredit.de 

Bürgschaftsbanken

Wer einen Kredit braucht, aber keine ausreichenden Sicherheiten vorlegen kann, findet bei den Bürgschaftsbanken Hilfe. Die gibt es in jedem Bundesland; Träger sind Banken, Versicherungen, Kammern und Wirtschaftsverbände. Sie bürgen mit bis zu einer Million Euro für den Fall, dass ein Existenzgründer sein Darlehen nicht zurückzahlen kann. Der Bund und die Länder nehmen den Bürgschaftsbanken einen Teil dieses Risikos ab, indem sie wiederum für sie bürgen. Den Antrag stellen Gründer in der Regel bei ihrer Hausbank.

http://www.vdb-info.de/

Gründungszuschuss bei Arbeitslosengeld I

Viele wollen lieber ihr eigener Chef sein als arbeitslos. Der Staat unterstützt das mit dem Gründungszuschuss. Die Empfänger bekommen sechs Monate lang ihr Arbeitslosengeld I weitergezahlt, plus 300 Euro für Sozialversicherungen. Diese Pauschale kann auf Antrag neun weitere Monate lang gezahlt werden. Allerdings bewilligen die Arbeitsagenturen den Zuschuss nur, wenn sie den Gründungswilligen nicht in eine Festanstellung vermitteln können.

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/faq-gruendungsfoerderung.pdf?__blob=publicationFile, www.gruendungszuschuss.de 

Einstiegsgeld und gefördertes Beteiligungskapital

Einstiegsgeld bei Arbeitslosengeld II

Langzeitarbeitslose können beim Jobcenter ein Einstiegsgeld bekommen. Die Höhe hängt ab von der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Größe der Bedarfsgemeinschaft, also der Familie. Das Einstiegsgeld kann bis zu 24 Monate lang gezahlt werden. Weitere Zuschüsse zur Gründung von bis zu 5000 Euro sind möglich.

http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html?get=cdf6c10fa2d2b87624a5726ed9b9c731;views;document&doc=9807 

Gefördertes Beteiligungskapital

Wer Großes vorhat und Investoren sucht, kann auf Unterstützung der KfW hoffen. Mit den Programmen ERP-Kapital für Gründung, ERP-Beteiligungsprogramm und ERP-Startfonds nimmt sie den Kapitalgebern einen Teil des Risikos ab, und steigert so die Chancen bei der Investorensuche.

http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/index.jsp# 

Exist Stipendium und Gründercoaching Deutschland

Exist Gründerstipendium

Damit fördert der Staat wissensbasierte und technologieorientierte Gründungen. Wissenschaftler und Studenten können sich bewerben, vorzugsweise als Team. Die Mehrheit der Teammitglieder sollte bereits einen Hochschulabschluss haben. Die Gewinner bekommen ein Jahr lang ein Stipendium für ihren Lebensunterhalt, plus Coaching und Mittel für Sachausgaben von bis zu 17.000 Euro. Den Antrag muss die Forschungseinrichtung stellen, an der die Bewerber arbeiten oder studieren.

http://www.exist.de/exist-gruenderstipendium/index.php 


Gründercoaching Deutschland

Das Programm soll Unternehmern in den ersten fünf Jahren den Einstieg erleichtern. Aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) werden 90 Prozent der Beraterkosten bezahlt, wenn der Gründer vorher erwerbslos war und den Gründungszuschuss oder Leistungen für Langzeitarbeitslose bekommen hat. Ansonsten liegt der Zuschuss bei 75 (Ostdeutschland und Region Lüneburg) beziehungsweise 50 Prozent (restliches Westdeutschland und Berlin). Gefördert wird ein Tageshonorar von bis zu 800 Euro.

http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Programmuebersicht/Gruendercoaching_Deutschland/index.jsp 

Mehr im Internet

www.foerderdatenbank.de 

Eva-Maria Simon (Jahrgang 1984) ist freie Journalistin (www.weitwinkel-reporter.de). Sie schreibt vor allem über Arbeit und Soziales.