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Weniger Fehltage Grünenabgeordneter will Extra-Urlaubstag für Radfahrer

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, gilt als gesund. Ein Grünenpolitiker im Bundestag fordert dafür eine Belohnung - vom Arbeitgeber des Radlers.
Radelnd ins Büro: Bewegung ist gut für die Gesundheit, da sind sich Experten einig

Radelnd ins Büro: Bewegung ist gut für die Gesundheit, da sind sich Experten einig

Foto: Sam Edwards/ Caiaimage/ Getty Images

Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sollten laut dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar mit einem zusätzlichen Urlaubstag belohnt werden. Das bestätigte Gelbhaar, Obmann des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Sprecher für städtische Mobilität und Radverkehr, dem SPIEGEL.

"Ein zusätzlicher Urlaubstag für Radfahrende ist gerecht", hatte Gelbhaar den Zeitungen "Bild" und "B.Z." zuvor gesagt. Denn Radfahrer würden dank der regelmäßigen Bewegung seltener krank. Zudem würden so mehr Menschen dazu motiviert, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen.

Experten sind sich grundsätzlich einig, dass mehr Bewegung gesundheitsfördernd wirkt. Laut Bundesumweltamt  zeigen mehrere Beispiele aus Großunternehmen, dass mit steigender Anzahl radelnder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krankheitsbedingte Fehlzeiten abnehmen. In den Niederlanden gab es bereits den Vorschlag, Radfahrern eine Zulage von 19 Cent zu zahlen, weil diese fitter und seltener krank seien.

Krankenkassen ist diese Rechnung laut "Bild"-Zeitung allerdings zu einseitig. "Was ist mit Menschen, die kein Fahrrad fahren, dafür aber auf eine ausgewogene Ernährung achten? Kein Mensch will eine Gesundheitspolizei", zitiert die "Bild" die Barmer.

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit erklärte, dass gesundheitsförderliches Verhalten wie Radfahren grundsätzlich begrüßenswert sei. "Es stärkt die körperliche Fitness und ist außerdem klimafreundlich", erklärte Sprecher Florian Kastl. Ähnliches gelte aber selbstverständlich auch für Fußgänger. Es sei den Arbeitgebern überlassen, sportliche Betätigung zu belohnen - ob mit einem zusätzlichen Urlaubstag oder anderweitig.

Verweis auf dringliche Probleme

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) findet den Vorschlag von Gelbhaar "ganz hübsch". Wer mit dem Rad zur Arbeit fahre, tue der Gesellschaft einen Gefallen und spare dem Arbeitgeber Kosten, sagte Sprecherin Stephanie Krone. "Was wir aber dringender fordern, ist mehr Platz für gute Radwege!" Dann würden auch mehr Menschen den Arbeitsweg auf dem Fahrrad zurücklegen.

Die Gewerkschaft Ver.di verwies ebenfalls auf dringlichere Probleme. Für Gelbhaars Vorstoß gebe es "keine zwingende Logik", erklärte Sprecherin Daniela Milutin. "Eine bessere Logik wäre, den ÖPNV kostenfrei zu stellen, damit mehr Menschen auf das Auto verzichten." Zudem sollten Milutin zufolge Fußgänger und Radfahrer in Städten öfter Vorrang gegenüber Autos haben.

Viele Arbeitnehmer haben zudem nicht die Möglichkeit, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen - weil ihr Job zu weit von ihrem Wohnort entfernt liegt. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Pendler in Deutschland immer weiter gestiegen - auf zuletzt rund 18 Millionen Menschen.

sun/dpa
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