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115.000 Euro verschwunden Sparkasse durfte Kassiererin kündigen

Eine Sparkassenmitarbeiterin in Herne behauptete, sie habe in einem Geldkoffer der Bundesbank kein Geld, sondern Babynahrung und Waschpulver gefunden. Daraufhin wurde sie entlassen. Zu Recht, urteilte ein Gericht.
Geldkoffer (Archiv)

Geldkoffer (Archiv)

Foto: Busse/ imago images

Eine Sparkasse im nordrhein-westfälischen Herne durfte eine Mitarbeiterin fristlos entlassen, nachdem 115.000 Euro aus einem verplombten Koffer der Bundesbank verschwunden waren. Das hat das Landesarbeitsgericht in Hamm am Donnerstag entschieden.

Die Kassiererin hatte angegeben, in dem Koffer nur eine Packung Babynahrung und Waschpulver gefunden zu haben. Die Sparkasse hatte der heute 54-jährigen Mitarbeiterin danach umgehend gekündigt.

Der Bank zufolge hatte die Frau den ungewöhnlich hohen Geldbetrag in 50-Euro-Stückelung am Tag zuvor selbst bei der Bundesbank bestellt. Die Kündigung im April 2016 begründete das Geldinstitut mit zahlreichen Indizien und dem dringenden Verdacht, dass die Kassiererin das Geld veruntreut hatte. Die Frau wehrte sich dagegen - zunächst mit Erfolg.

Strafverfahren wegen Unterschlagung

In Urteilen vom Oktober 2016 und August 2017 erklärten sowohl das Arbeitsgericht Herne als auch das Landesarbeitsgericht Hamm die Kündigung für unwirksam. Dagegen legte die Sparkasse erfolgreich Revision beim Bundesarbeitsgericht ein. Das wiederum verwies den Fall an das Landesarbeitsgericht zurück, um eine mögliche Täterschaft der Frau nochmals umfassend zu untersuchen.

Nach der erneuten Prüfung geht das Landesarbeitsgericht nun davon aus, dass die Mitarbeiterin das Geld genommen hat. Eine erneute Revision zum Bundesarbeitsgericht wurde nicht zugelassen.

Das Amtsgericht Herne hatte die ehemalige Kassiererin im Mai in einem Strafverfahren bereits wegen Unterschlagung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

faq/afp