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23. Mai 2014, 18:37 Uhr

Haftpflicht-Problem

Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen gescheitert

Tausende Hebammen bangen um ihre Existenz, weil sie ihre steigenden Haftpflichtprämien kaum noch bezahlen können. Jetzt sind ihre Verhandlungen mit den Krankenkassen vorerst gescheitert: Beide Seiten schieben sich die Schuld zu.

Die Gespräche zwischen freiberuflichen Hebammen und den Krankenkassen über steigende Haftpflichtprämien sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der Hebammenverband warf den Krankenkassen vor, kein akzeptables Angebot vorgelegt zu haben. Der GKV-Spitzenverband wiederum bescheinigte den Hebammen "fehlenden Einigungswillen".

Tausende Hebammen sehen ihre berufliche Zukunft gefährdet, weil die Tarife für ihre Haftpflichtversicherungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Betroffen sind vor allem die rund 3500 freiberuflichen Hebammen mit wenigen Geburten, da ihnen die Ausgleichszahlungen der Kassen nicht reichen.

Nun soll eine Schiedsstelle eingeschaltet werden. Sollte es in den kommenden Wochen nicht doch noch eine Einigung geben, kommen auf die freiberuflichen Hebammen ab 1. Juli weiter steigende Haftpflichtprämien zu: Zahlten sie 2004 noch 1352 Euro für die Versicherung, werden es ab Juli 5091 Euro sein.

Haftpflichtausgleich und Honorarforderungen

Die Kassen hatten den Hebammen nach eigenen Angaben drei Lösungsmodelle präsentiert, um die steigenden Haftpflichtkosten auszugleichen. Die Hebammen hätten diese aber abgelehnt und die Verhandlungen über den Haftpflichtausgleich mit "allgemeinen Honorarforderungen" vermischt, kritisierten die Krankenkassen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Hebammen wiederholt für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte mehrere Schritte angekündigt, um ihre Lage zu entspannen.

aar/dpa/AFP

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