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Bundestag beschließt neue Studiengänge Wer Hebamme werden will, muss an die Uni

Ein Bachelor für Hebammen, ein eigener Studiengang für Psychotherapeuten: Der Bundestag hat zwei neue Berufsordnungen beschlossen. Dabei geht es auch um mehr Geld während der Ausbildung.
Eine Hebamme wiegt ein Baby (Archiv)

Eine Hebamme wiegt ein Baby (Archiv)

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Wer Hebamme werden will, soll diesen Beruf zukünftig im Rahmen eines Hochschulstudiums erlernen. Der Bundestag verabschiedete am späten Donnerstagabend eine entsprechende Reform.

Das Gesetz muss allerdings noch vom Bundesrat bestätigt werden. Wenn die Länderkammer zustimmt, besteht die Ausbildung ab dem kommenden Jahr aus einem drei- bis vierjährigen Bachelorstudium mit hohem Praxisanteil und einer staatlichen Abschlussprüfung.

Die Reform soll Hebammen auf die gestiegenen Berufsanforderungen vorbereiten. "Wir machen die Hebammenausbildung moderner und attraktiver", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Während bisher zehn Schuljahre für die Ausbildung ausreichten, ist in Zukunft ein zwölfjähriger Schulbesuch notwendig - oder alternativ eine abgeschlossene Ausbildung im Pflegebereich.

Im Video: Hightech für Hebammen

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Spahn brachte außerdem einen weiteren Gesetzentwurf durchs Parlament: die umstrittene Neuregelung für Psychotherapeuten. Die neue Universitätsausbildung soll fünf Jahre dauern und mit einem Master enden. Nach bestandener Prüfung bekommen Absolventen eine Behandlungserlaubnis, die sogenannte Approbation.

Danach schließt sich eine Weiterbildung an, nach der sich Psychotherapeuten dann auch ins Arztregister eintragen lassen können. Während dieser Weiterbildung sollen die angehenden Therapeuten Anspruch auf ein Mindestgehalt von 1000 Euro im Monat haben. Bisher mussten Psychotherapeuten zunächst Psychologie oder Pädagogik studieren, danach folgte eine Ausbildung - ohne Vergütungsanspruch.

Die Neuregelung für Psychotherapeuten war in Fachkreisen, aber auch bei Studierenden auf heftige Kritik gestoßen. Vor allem der Nachwuchs sah sich bei der Reform nur unzureichend berücksichtigt und fürchtete ein jahrelanges Nebeneinander von bezahlten und unbezahlten Psychologen. Hier hat das Gesundheitsministerium nachgebessert: Auch für Psychotherapeuten, die ihre Ausbildung nach dem bisherigen System begonnen haben, gilt zukünftig der Anspruch auf Bezahlung während der Weiterbildungsphase.

Die neuen Studiengänge sollen 2020 starten, fünf Jahre später wären dann die ersten approbierten Master-Absolventen fertig. Gleichzeitig ist eine Übergangsfrist für heutige Psychologiestudenten bis 2032 vorgesehen - danach gibt es keine Möglichkeit mehr, die bisherige Psychotherapie-Ausbildung abzuschließen.

him/dpa
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